Magdeburg. Die Türken stehen vor Magdeburg! Doch keine Bange. Viel weniger angsteinflößend als im Jahre 1683, als die Osmanen Wien belagerten, handelt es sich im aktuellen Fall nur um die Berliner Regionalliga-Kicker von Türkiyemspor, die morgen (Anstoß 13.30 Uhr; MDCC-Arena) auf den ins Trudeln geratenen 1. FC Magdeburg treffen.

Mit nur drei Zählern aus 13 Spielen auf ihrem Konto und kläglichen vier Toren in den 1 170 Spielminuten seit Saisonbeginn sind die Hauptstädter nun wahrlich alles andere als furchteinflößend.

"Sie stehen mit dem Rücken zur Wand und haben nichts zu verlieren", beurteilt denn auch FCM-Co-Trainer Mario Middendorf den morgigen Kontrahenten mit Respekt, dabei wohl einkalkulierend, dass Türkiyemspor seine Punkte ausgerechnet bei Meisterschaftsfavorit RB Leipzig und daheim gegen Kiel und Eintracht Braunschweig II geholt hat. "Das wird ein zähes Ringen. Ich erwarte keinen Schönheitspreis, aber, dass wir unsere guten Trainingseindrücke wie auch die positiven Ansätze vom Spiel in Havelse mit einem vollen Erfolg krönen."

Zu den seit längerem verletzten Franco Flückiger, Patrick Bartsch, Eddy Vorm, Christian Beer, Rainer Müller und Sebastian Stiefel gesellt sich nun auch Eren Sen. Der Angreifer hatte sich beim 3:3 in Havelse einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen.

Dennoch vermeldet Middendorf auch eine hoffnungsvoll stimmende Nachricht. Abwehrspieler Stephan Neumann kehrt nach seiner Knochen-Absplitterung im Schulter-Eckgelenk vom Pokalspiel in Stedten mit hoher Wahrscheinlichkeit ins FCM-Aufgebot zurück. Seit Dienstag trainiert der Routinier nach wochenlanger Reha wieder mit der Mannschaft.

"Das Problem ist unsere Viererkette. Sie musste wegen der Verletzungen zuletzt immer wieder umformiert werden", so Middendorf. Philipp Saalbach, Tobias Friebertshäuser, Moritz Instenberg sowie Neumann und Christof Köhne stehen dem Trainerduo Kaiser/Middendorf zur Verfügung. Über die tatsächliche Formation soll nach dem heutigen Abschlusstraining entschieden werden.