Quedlinburg (ckl/bkr). Das Spiel mit 44 Fußballer-Beinen hat auch im Harzkreis von seiner Attraktivität nichts verloren. Wohin würden aber diese 44 Beine laufen, gäbe es auf dem Platz nicht den Schiedsrichter? "Es ist zwar das Los seines Amtes, dass er von vielen als notwendiges Übel betrachtet wird, in Wahrheit ist er jedoch ein wertvoller, ja unverzichtbarer Teil des großen Spiels. Er führt nicht Regie im Sinne eines Filmregisseurs, aber er ist der Regisseur im Sinne der Regeln und das schon seit 123 Jahre. Der Ausruf ,Schiedsrichter ans Telefon‘ ist wohl fast so alt wie der Fußball. Doch diejenigen, die ihn leichtfertig rausbrüllen, sollten sich eher am Motto der DFB-Aktion ¿Nicht meckern, sondern pfeifen‘ orientieren", stellte Christian Kliefoth, Mitglied des Schiedsrichterausschusses des Kreisfachverbandes (KFV) Fußball Harz, fest.

Aber nicht nur deswegen führt der KFV Harz unter der Leitung von Schiedsrichterlehrwart Peter Sparwasser am 11. und 12. Dezember ab 8 Uhr im Aus- und Weiterbildungszenrum (AWZ) in Halberstadt, Hoher Weg 12 b, einen Lehrgang durch, bei dem man sich am Ende nach dem erfolgreichen Bestehen einer theoretischen Prüfung Schiedsrichter im Deutschen Fußball Bund (DFB) nennen und damit Fußballspiele leiten darf. Er ist dann übrigens einer von insgesamt 78 251 Unparteiischen in ganz Deutschland, 2 017 in Sachsen-Anhalt und 160 beim KFV Fußball Harz.

Doch wie alt muss ich mindestens sein, wo kann ich mich anmelden und wie umfangreich ist die Ausbildung? "Die Schiedsrichter-Ordnung des Deutschen Fußball-Bundes empfiehlt ein Mindestalter von 12 Jahren, bei jüngeren Interessenten ist das auch kein Problem. Weiterhin muss ein Schiedsrichter-Bewerber Mitglied in einem Fußballverein sein", meinte Kliefoth. Viele Vereine suchen dringend neue Schiedsrichter, so dass man sich seinen Lieblingsverein in Ruhe auswählen kann. Über diesen, bzw. beim Schiedsrichterobmann Uwe Biermann, Telefon 0151/14255206, E-Mail: bierius@aol.com, sollten sich Interessenten bis zum 9. Dezember unverbindlich anmelden. Dort können aber auch Fragen rund um das Thema Schiedsrichter gestellt werden (Einsätze, Entschädigung, Kleidung, Aufstieg usw.). Kurzentschlossene können auch ohne Voranmeldung am 11. Dezember im AWZ erscheinen. Dort werden in etwa 16 Unterrichtsstunden die Regeln der FIFA an die Frau bzw. den Mann gebracht.

Weibliche Unparteiische sind dabei genauso gern gesehen, wie ihre männlichen Sportkameraden. Bundesweit gibt es bereits 2 186 Schiedsrichterinnen, 58 in Sachsen-Anhalt, jedoch nur vier im Harzkreis. Meike Scholze (SV Veckenstedt), Viola Tietz (SC Heudeber), Andrea Röver (Hedersleber SV) und Miriam Schweinefuß (Rieder) pfeifen für den KFV Fußball Harz. Manche Landkreise haben keine Schiedsrichterinnen vorzuweisen. Und das für Frauen sogar der Sprung in den bezahlten Fußball möglich ist, zeigt Bibiana Steinhaus aus Hannover, die im September 2007 erstmals ein Bundesliga- spiel der Herren leitete. Und wer weiß, vielleicht kommt die oder der nächste Schiedsrichter ja aus dem Harzkreis. Weitere Informationen gibt es unter www.kfv-harz.de.