Magdeburg. An der wichtigen Aufsichtsratssitzung des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg hatte wie vereinbart auch der Ehrenratsvorsitzende Klaus-Dieter Runge teilgenommen. Seine Einschätzung: "Weil sich das zurückgetretene Präsidium erfreulicherweise bereit erklärt hat, so lange kommissarisch im Amt zu bleiben, bis die Nachfolge geklärt ist, hat der Aufsichtsrat auch die nötige Zeit für Personalentscheidungen. Es wäre fatal, wenn man jetzt mit der Brechstange ein neues Team zusammenstellen müsste", sagte Runge, der darauf hinwies, dass er selber nicht stimmberechtigt, sondern nur in beratender Funktion tätig sei.

Aber diese Aufgabe nimmt er sehr ernst und hat auch schon ein "Modell" parat: "Ich persönlich würde es begrüßen, wenn der neue Präsident weiterhin ehrenamtlich tätig ist, der künftige Sportdirektor, der dann auch einen Platz im Präsidium erhalten sollte, dagegen hauptamtlich arbeitet." Und weiter: "Dabei sollte er nicht nur nachweisen können, dass er bereits entsprechende Erfolge gehabt hat. In diesem Punkt gab es beim Club in den letzten Jahren bekanntlich große Versäumnisse. Nein, er sollte auch mit ganzem Herzen dabei sein. Ich erinnere mich, dass viele beim Amtsantritt Versprechungen gemacht haben – angeblich schlug ihr Herz immer blau-weiß – und dann plötzlich wieder weg waren. Diese Leute müssen eine Laubfärbung im Herzen gehabt haben ..."

Der Aufsichtsrat ist sich noch nicht darüber einig, ob ein hauptamtlicher oder weiter ein ehrenamtlicher Präsident bestellt wird (Volksstimme berichtete).

Insgesamt beurteilt Runge die Lage längst nicht so dramatisch wie vor der Insolvenz 2002: "Ich bin und bleibe Optimist. Wir werden die Klasse halten und uns darüber hinaus in der Winterpause noch verstärken. Und eine zweite Insolvenz wird es auch nicht geben."