Weihnachtszeit – schöne Zeit. Wohl nicht für jeden. Die Regionalliga-Kicker des 1. FCM verabschiedeten sich mit einem enttäuschenden 13. Tabellenplatz in die Winterpause. Das für gestern angesetzte Spiel bei der U23 des HSV war dem Winter zum Opfer gefallen. So waren zwei Weihnachtsfeiern die letzten gemeinsamen Auftritte des Teams in diesem Jahr.

Magdeburg. Ehe Trainer Ruud Kaiser seine Schützlinge in die Winterpause schickte, ihnen wegen des abgesagten HSV-Spiels auch schon das zurückliegende Wochenende frei gab, war für die alles andere als erfolgsverwöhnten Kicker erst einmal feiern angesagt: Am Freitagabend ließen die Spieler mit ihren Partnerinnen das Jahr in einem italienischen Restaurant in der Magdeburger Hegelstraße ausklingen. Zuvor hatte das Mitglied des am 17. November zurückgetretenen Präsidiums, Stephan Faßbender, ins Ramada-Hotel geladen, wo sich Regionalliga-Mannschaft, Präsidium und Geschäftsstellenmit-arbeiter auf Weihnachtszeit und Jahreswechsel einstimmten.

"Die Kosten für diese Feier haben das Präsidium und der Trainer übernommen", stellte Faßbender angesichts der alles andere als rosigen Finanzsituation des Vereins erst einmal klar. Und weil selbst das Engagement eines Weihnachtsmannes nicht zum Nulltarif möglich ist, übernahmen die "Weihnachtsengel" Ines Schwarz (Kaufmännische Leiterin) und Schatzmeisterin Cornelia-Eva Lohse diesen Part. Sie übergaben ein Fläschchen Hauswein des Gastgeber-Hotels an die Anwesenden – Zielwasser hätte angesichts der mageren 21 Tore in den 16 Punktspielen womöglich besser gepasst.

Den Beweis ihres "Schuss-Pechs" lieferten einige der Kicker sogleich: Beim Torwandschießen – einer Zweiermann- schaft gehörten stets eine Frau und ein Spieler an – traf nur eine ins Runde – Ines Schwarz. Zusammen mit Torhüter Matthias Tischer gab’s für Platz eins ein kleines Präsent. Am nächsten dran waren noch Verteidiger Stephan Neumann und Trainer Kaiser, deren Bälle aber von der Kante zurücksprangen.

Etwas mulmig war es dann wohl doch einigen Spielern zumute, als Gastgeber Faßbender sie in die Kellerbar des Hauses bat. An der Decke hing ein Boxsack, auf dem die Porträts der Mitglieder des zurückgetretenen FCM-Präsidiums, Volker Rehboldt, Guido Nienhaus, Lutz Weiß, Stephan Faßbender und Cornelia-Eva Lohse sowie von Manager Rüdiger Bartsch prangten.

Nachdem sich die Kicker anfangs geziert hatten und Manager-Sohn Patrick Bartsch es vehement abgelehnt hatte, war dann doch Außenstürmer Maik Georgi bereit, sich die Boxhandschuhe überstreifen zu lassen und einige Male gehörig draufzuhauen.

Ob und welche möglichen Folgen das "Nachschlagen" für den 22-Jährigen hat, der seit Mitte 2009 dem FCM-Regionalligakader angehört, war bis gestern völlig offen …