Nedlitz - Rund 250 geladene Besucher sind am Samstag zur Eröffnung der Mumien-Ausstellung in die St. Nikolaus Kirche der Fläming-Gemeinde gekommen. Im Zentrum der Schau stehen zwei restaurierte Mumien. Sie waren gemeinsam mit fünf weiteren Toten vor Jahren in der Kirchengruft entdeckt worden. Für die Öffentlichkeit waren die konservierten Körper der Oberamtsmanns-Gattin Johanna Juliane Pforte und des Juristen Robert Christian von Hake ab Sonntag zu sehen.

Pfortes Todestag jährt sich in diesem Jahr zum 260. Mal, von Hake starb vor 293 Jahren. Neben der Präsentation der Mumien widmet sich die Ausstellung der dörflichen Begräbniskultur des 18. Jahrhunderts. Mumien und Ausstellung sollen Gäste in die ländliche Idylle nach Nedlitz locken und die Kirche bekannter machen.

Experten wie der Hildesheimer Restaurator Jens Klocke vergleichen die Nedlitzer Gruftmumien wegen ihres erstaunlich guten Zustands gern mit denen aus der Kapuzinergruft in Palermo. Klocke restaurierte sie in mühevoller Kleinarbeit. Ihre Verwesung wurde gestoppt, weil die Gruft im unteren Teil des Turms der Dorfkirche über Jahrzehnte trocken und gut gelüftet war. Ein permanenter Luftzug, wie es ihn oft in Grüften gibt, begünstigt eine natürliche Mumifizierung. Bei Untersuchungen der beiden Mumien von Nedlitz wurden keine Hinweise auf eine Vorbehandlung der Körper oder eine Entnahme von Organen gefunden. Knapp 45 000 Euro sind in das Projekt geflossen.