Jena - Das Uniklinikum Jena will voraussichtlich Ende September erste Studienergebnisse zu den Medikamententests westlicher Pharmafirmen in der DDR vorlegen. "Die Arbeit ist sehr mühsam", sagte Sprecher Stefan Dreising am Freitag in Jena. Die im Mai eingerichtete Arbeitsgruppe sei noch auf der Suche nach Patientenakten, um sie auswerten zu können, fügte er hinzu. Für eine Bewertung sei es jetzt noch zu früh.

Auch andere Universitäten in Ostdeutschland wollen sich an der Aufarbeitung der Medikamententests beteiligen, wie der MDR Thüringen am Freitag berichtete. Demnach planen die Unikliniken in Jena, Leipzig und Halle-Wittenberg ein gemeinsames Forschungsprojekt dazu. Die Uni Magdeburg wolle selbst nicht aktiv werden, aber eine gemeinsame ostdeutsche Untersuchung unterstützen, hieß es. Lediglich die Uni Dresden sieht keinen Ansatz für eine Aufarbeitung, da keine Patientenakten gefunden worden seien.

Ende vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass Patienten in DDR-Krankenhäusern in den 80er Jahren als Probanden für Arzneimittelversuche westdeutscher Pharmafirmen herangezogen wurden. Zumindest in einigen Fällen geschah dies wohl ohne ihr Wissen. Die Thüringer Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Hildigund Neubert, hatte Anfang dieses Jahres eine Studie zu den Medikamententests in Auftrag gegeben.