Nürnberg/Magdeburg (dpa/sa) - Tanzen hat auf ältere Menschen noch bessere Auswirkungen als Fitnesssport - für dieses Forschungsergebnis sind am Freitag Magdeburger Wissenschaftler in Nürnberg ausgezeichnet worden. Dass Bewegung generell einen positiven Effekt auf das Gehirn habe, sei zwar schon länger bekannt, sagte der Hauptpreisträger, Notger Müller vom Magdeburger Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen bei der Preisverleihung. Bei gleichförmigen Sportarten wie Walking, Schwimmen oder Fahrradfahren auf dem Heimtrainer sei das Gehirn allerdings weniger aktiv als beim Tanzen, wo man sich immer wieder neue Schrittfolgen merken müsse.

Es sei die Kombination aus körperlicher und geistiger Aktivität, die den Unterschied mache. Er gehe davon aus, dass Menschen, die häufig tanzen, ein etwa 30 Prozent geringeres Risiko für Altersdemenz haben als Nicht-Tänzer. Welche Tanzart sie betreiben, sei dabei weniger wichtig. "Entscheidend ist, dass man nicht immer den gleichen Tanzschritt macht", sagte Müller. Außerdem müsse die Bewegung den Leuten Spaß machen. "Nicht eins ist für alle gut." Für Tanzmuffel entwickeln die Forscher daher derzeit ein individuelles Präventionsprogramm, wo sich jeder das Passende aussuchen kann.

Für seine Studie wird das Magdeburger Zentrum in diesem Jahr mit dem Theo-und-Friedl-Schöller-Preis ausgezeichnet. Mit 20 000 Euro ist er eine der am höchsten dotierten Auszeichnungen in der Altersmedizin.

Zentrum - Notger Müller