Oebisfelde l Mit der Fertigstellung des Fahrstuhls und der umfassenden Renovierung des Kaminzimmers wäre ein Meilenstein zum Wohle der Öffentlichkeit geschafft. Die gesamte Baumaßnahme ist an die Bindefrist für die Förderung bis 30. Juni kommenden Jahres gebunden. Insgesamt werden etwas mehr als 363 800 Euro veranschlagt. Dank der 90-prozentigen Förderung, die Bürgermeister Hans-Werner Kraul (CDU) wie einen „Sechser im Lotto“ ansieht, muss die Stadt lediglich 36 380 Euro zuzahlen. Wie der Bürgermeister betonte, wird es dank des Fahrstuhls nunmehr für alle Personengruppen, eben und gerade solche mit körperlichen Beeinträchtigungen, möglich sein, den Rittersaal und auch die dann behindertenbgerechten sanitären Einrichtungen ohne größer Anstrengungen zu erreichen.

Damit erhält der Rittersaal auch ein ganz anderes Gewicht als Veranstaltungsort. Viele Erfordernisse für Veranstaltungen werden zudem erheblich erleichtert. Und nicht zuletzt werden eine schnellere notfallmedizinische Versorgung und ein möglicher Krankentransport aus den oberen Räumlichkeiten ermöglicht. Alles in allem ein nachhaltiger Zugewinn für die Stadt, wie Bürgermeister Kraul und der Leader-Manager Wolfram Westhus von der Lokalen Aktionsgruppe Rund um den Drömling bekräftigten.

Mit großer Freude wohnte wohl „der“ Vorreiter für dieses Vorhaben, Ratsherr Klaus Gerike (UWG) aus Buchhorst, der kleinen Feierstunde am Mittwoch bei. Gerike wurde über Jahre nicht müde, öffentlich immer wieder das Thema aufzugreifen, sich auch gegen Widerstände für den Fahrstuhlbau stark zu machen. Auch die Oebisfelder Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch kann nur positive Aspekte trotz Haushaltskonsolidierung sehen. Ein barrierefreier Zugang zum Rittersaal ist für die Bevölkerung nicht mit Gold aufzuwiegen, meinte die Kommunalpolitikerin auf telefonische Anfrage. Jacksch unternimmt dieser Tage eine Dienstreise.

Dabei sah es lange Zeit überhaupt schlecht für eine finanzielle Förderung aus den Töpfen des Landes Sachsen-Anhalts und der Europäischen Union aus. Die Stadtverwaltung selbst hatte beim ersten Antrag im Frühjahr März 2017 nicht die Richtlinien für das Kulturerbe in Sachsen-Anhalt eingehalten. Prompt folgte das Versagen einer Finanzspritze durch die Landesinvestitionsbank.

Auch dank der Hartnäckigkeit von Stadtrat Gerike blieb die Stadt nicht tatenlos, holte sich externen Rat und formulierte einen neuen Förderantrag, der hoffte damit auf den satten Zuschuss.

Es muss alles stimmig gewesen sein, denn vor wenigen Tagen lag ersehnte Post auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters. Inhalt: der Fördermittelbescheid der Investitionsbank in kompletter Höhe der 90-prozentigen Fördersumme.

Der gesamte Bau des Personenaufzug, der vom Innenhof aufwärts auf Höhe des Kaminzimmers endet, wird fachmännisch betreut. Auch die Sanierung des Kaminzimmers wird unter Einhaltung des Denkmalschutzes erfolgen, so die Kraul. Wann der tatsächliche Baustart erfolgt, ist noch offen, hieß es vom Bürgermeister. Sicher ist jedoch, dass es noch in diesem Jahr mit dem Bauvorhaben losgehen soll.