Magdeburg l Der Volksstimme-Beitrag „Stahl die DDR Müttern ihre Babys?“ ist bei Lesern auf große Resonanz gestoßen. Allein in der Redaktion meldete sich mehr als ein Dutzend Eltern, die zu DDR-Zeiten ihr neugeborenes Kind auf einer Geburtsstation abgeben mussten und es danach nie wieder sahen. Die „Interessengemeinschaft gestohlene Kinder der DDR“, die nach eigenen Angaben rund 500 Betroffene im Osten vertritt, meldete gar rund 20 Rückmeldungen Betroffener zum Bericht.

Oft fehlen Dokumente oder Angaben stimmen nicht überein, der Ort der Bestattung ist unbekannt. Typisch ist der Fall von Carola Venohr aus Tangerhütte: Am 2. Dezember 1978 brachte sie in Wolmirstedt per Kaiserschnitt einen Jungen zur Welt. Gesehen hat sie ihn nie, die Ärzte behaupteten nach dem Eingriff, das Kind sei tot. Das Baby zu sehen, wurde ihr ebenso verweigert wie eine Bestattung, sagt Venohr.

Die Uni Magdeburg arbeitet ungeklärte Schicksale von Säuglingen, die in der Vorläuferinstitution Medizinische Akademie behandelt worden waren und verschwanden, jetzt in einem Forschungsprojekt auf. Geplant ist auch die Zusammenarbeit mit der „IG gestohlene Kinder der DDR“. Am Montag ist ein erstes Treffen beider Seiten geplant.

Die Volksstimme plant zum Thema einen größeren Folgebeitrag.