Kriminalität

Whatsapp-Betrug: Gauner wollen Frau im Salzland um tausende Euro betrügen

Im Salzlandkreis reißen die Betrugsversuche über Whatsapp nicht ab. Eine Frau aus Bernburg wurde fast um 4000 Euro betrogen. Die Polizei gibt Tipps, wie man nicht zum Opfer wird.

Aktualisiert: 09.08.2022, 16:18
Betrug über Whatsapp: Eine Frau aus Bernburg ist nur knapp einem finanziellen Fiasko entgangen, wie die Polizei des Salzlandkreises mitteilt.
Betrug über Whatsapp: Eine Frau aus Bernburg ist nur knapp einem finanziellen Fiasko entgangen, wie die Polizei des Salzlandkreises mitteilt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Staßfurt/Schönebeck (am/vs) - Einen neuen Betrugsversuch, über einen Messengerdienst Geld zu ergaunern, hat die Salzland-Polizei am Dienstag, 9. August, gemeldet. Er schlug zum Glück fehl. Eine 66-jährige Frau aus Bernburg hatte demnach am Montag gegen 11 Uhr eine Nachricht per WhatsApp von ihrer – wie sich später herausstellte – vermeintlichen Tochter erhalten. „Hallo Mama, ich habe eine neue Telefonnummer. Telefon ist kaputt. Die alte Telefonnummer kann entfernt werden.“

Die Frau reagierte darauf. Wenig später kamen die als Tochter getarnten Täter mit der Sprache heraus: „Ich habe eine ausstehende Rechnung. Leider kann ich jetzt kein Internetbanking betreiben. Willst du das für mich bezahlen. Wenn ich es am Freitag zurückzahle.“

Überweisung von 4000 Euro

Die Mutter veranlasste laut Polizei daraufhin eine Echtzeitüberweisung von knapp 4000 Euro. Dann müssen der Frau Zweifel an der Echtheit der Nachrichten ihrer Tochter gekommen sein. Sie nahm Kontakt zu einer Verwandten auf und wurde bestätigt.

Laut Polizei veranlasste die Frau bei ihrer Bank den sofortigen Stopp der Überweisung. Die Betrüger kamen so nicht mehr an das Geld heran.

Erst in der vorigen Woche hatten Betrüger mit der gleichen Methode im Salzland Erfolg gehabt und mehrere tausend Euro ergaunert. Betroffen waren mehrere Staßfurter und Bernburger.

Immer die gleiche Masche

Als die Betroffenen Anzeige erstatteten und die Polizei diese abglich, hätte sich immer die gleiche Masche gezeigt: Die Opfer erhielten mehrere Nachrichten über einen bekannten Messengerdienst, in denen sich jemand als Tochter oder Sohn ausgab. Bei der Kontaktaufnahme gingen die Betrüger demnach mit immer der gleichen Legende vor: Das Handy sei kaputt oder verloren gegangen. Man würde sich nun über die Rufnummer eines Freundes bei dem Elternteil melden.

Die Opfer überwiesen laut Polizei das Geld, ohne noch einmal über die bisherige Nummer Kontakt zum Kind herzustellen, informierte die Polizei. Ein schwerwiegender Fehler, der am Ende viel Geld kostete.

Die Polizei und die Verbraucherschutzzentralen warnen, solche finanziellen Forderungen zu erfüllen. In solchen Fällen sollte wenigstens mindestens mit einem Vertrauten über solche Nachrichten gesprochen und das weitere Vorgehen beraten werden. Die Polizei warnt zugleich, dass sich die Betrüger fast täglich neue Varianten einfallen ließen, um ihren Opfern Geld abzuluchsen.

Codewörter vereinbaren

Die Polizei rät unter anderem, um Betrügern nicht in die Falle zu gehen: Wer Messengerdienste nutzt, sollte mit Angehörigen Codewörter für sensible Telefonate und Chats vereinbaren. Wer von einer unbekannten Nummer kontaktiert werde, sollte die Nummer nicht automatisch abspeichern. Geldforderungen über Messengerdienste sollte man stets misstrauisch begegnen. Stets sollte über die bekannte Nummer derjenige angerufen werden, der sich auf diesen ungewöhnlichen Weg gemeldet hat. Dann würde der Betrug offensichtlich.

Wer bereits Opfer eines solchen Betruges geworden ist, sollte sich nicht scheuen, Strafanzeige aufzugeben, betonte Polizeisprecher Marco Kopitz. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Betrügern um einen gut organisierten Kriminalitätszweig handelt, der unter anderem über Callcenter aus dem Ausland geführt und organisiert wird.