Schleuserei

Wieder illegale Einwanderer auf LKW entdeckt: Szenen wie aus Hollywood auf der A14 bei Könnern

Auf der Autobahn 14, genauer gesagt auf dem Rasthof Plötzetal, hat ein LKW-Fahrer Personen auf seinem Anhänger bemerkt. Die verständigte Boden-Polizei und ein Hubschrauber konnten die illegalen Einwanderer erwischen.

Von Sebastian Rose
Einem LKW-Fahrer auf der A14 bei Könnern fielen verdächtige Personen auf.
Einem LKW-Fahrer auf der A14 bei Könnern fielen verdächtige Personen auf. Symbolfoto: dpa

Könnern - Szenen wie aus einem Hollywood-Streifen: Wie die Polizei in einer Pressemitteilung informiert, rief am Montagabend, 28. Juni ein LKW-Fahrer den Notruf an. Grund dafür waren verdächtige Personen, die er auf seinem Anlieger auf dem Rasthof Plötzetal vermutete.

„Sofort verlegten sich mehrere Streifen der Bundespolizei, der Landespolizei sowie ein Hubschrauber der Bundespolizei zum betreffenden Rastplatz. Die Hubschrauberbesatzung, welche als erstes am Ereignisort eintraf, konnte aus der Luft den gemeldeten LKW sowie eine Wärmequelle am Dach des Aufliegers erkennen und beobachten, wie sich zwei Personen durch eine im Dach entstandene Öffnung ins Freie arbeiteten“, heißt es weiter.

Klarer Trend zu beobachten

Wie Romy Gürtler von der Bundespolizeiinspektion Magdeburg am Telefon auf Nachfrage der Volksstimme mitteilt, ist dies keine Seltenheit mehr. „In diesem Jahr gab es bereits 19 ähnliche Fälle in Sachsen-Anhalt. Im gesamten letzten Jahr waren es 14. Und im Jahr 2019 lediglich zwei.“

In dem kürzlich stattgefundenen Fall liefen beide Männer nach der Öffnung des Anliegerdaches über den Parkplatz und verstecken sich im angrenzenden Gebüsch. Nachdem die anderen Streifenwagen der Polizei eintrafen, konnten die illegalen Einwanderer aufgespürt werden.

„Es handelte sich um zwei Afghanen im Alter von 15 und 27 Jahren, die auch dieses Mal keinerlei aufenthaltslegitimierende Papiere vorweisen konnten und sich der unerlaubten Einreise ins Bundesgebiet sowie des unerlaubten Aufenthaltes strafbar gemacht hatten“, so der Wortlaut der Pressemitteilung. Die Einwanderer stiegen wohl mit Hilfe eines Schleusers in Rumänien und ohne Beteiligung des 42-jährigen tschechischen Fahrers auf den Anlieger. Allerdings so geschickt, dass die Verplombung noch intakt war.

Aufgrund der Pausenpflichten für LKW-Fahrer in Deutschland sind die grenznahen Bundesländer oft Ausstiegspunkt der illegalen Einwanderer.

Romy Gürtler, Bundespolizeiinspektion Magdeburg

Laut der Polizei gaben die beiden Männer an, nach mehreren Tagen auf dem Anhänger diesen verlassen zu wollen. Dafür zündeten sie die Plane mit Hilfe eines Feuerzeuges an und kletterten hinaus. „Glücklicherweise waren sie insgesamt in guter gesundheitlicher Verfassung. Der Fahrer des LKW wurde indes vorläufig fest- und zum Bundespolizeirevier Halle mitgenommen. Die Route des mit Kabeltrommeln beladenen LKW führte ab Rumänien über Ungarn, die Slowakei und Tschechien nach Deutschland“, erläutert die Bundespolizei in der Pressemitteilung.

LKW-Fahrer kann Verdacht entschärfen

Der LKW-Fahrer wurde zwar zwischenzeitlich festgenommen und befragt, der Verdacht wegen der Einschleusungen konnte jedoch nicht erhärtet werden.

Den beiden Afghanen droht nun ein Strafverfahren. Nach Abschluss der Befragung wurden die beiden unerlaubt eingereisten Personen an entsprechende Einrichtungen weitergeleitet, wobei der Minderjährige an den Kinder- und Jugendnotdienst übergeben wurde.

Wie Romy Gürtler am Ende des Gesprächs erklärt, seien die beiden Afghanen nach Magdeburg gebracht worden, weil bei jedem Fall der Auffindort eine wichtige Rolle spielt. „Generell gibt es in Sachsen-Anhalt mehrere Dienststellen. Meistens kommen die illegalen Einwanderer dann nach Magdeburg oder Halle. In diesem Fall ist eben geregelt, dass die ersten Befragungen und Ermittlungen in Magdeburg stattfinden.“