München (dpa) - Das Bild der Indianer in Nordamerika ist immer noch stark von Klischees geprägt. Vielfach sieht man sie im Rückblick nur als bedauernswerte Opfer aggressiver Expansions- und Siedlungspolitik europäischer Einwanderer.

Auch das romantische Image vom heroischen "Wilden" ist noch nicht ganz verschwunden. Die Münsteraner Historikerin Heike Bungert dagegen betont in ihrem Buch "Die Indianer" vor allem die Widerständigkeit indigener Völker. So schildert sie erste vorsichtige Versuche zur Widererlangung einer eigenen Identität Anfang des 20. Jahrhundertes in der neu gegründeten Society of American Indians oder die sehr lebendigen Indianerrechtsbewegungen der 60er und 70er Jahre.

Ihr Buch hat aber auch den Anspruch, die gesamte indianische Geschichte widerzuspiegeln bis hin zur ersten Besiedlung Nordamerikas. Trotz des umfangreichen Themenkomplexes gelingt ihr das in stringenter Form, weshalb das Werk einen exzellenten Einstieg für alle Interessierten bietet.

- Heike Bungert: Die Indianer. Geschichte der indigenen Nationen in den USA, C.H. Beck Verlag, München, 286 Seiten, 16,95 Euro, ISBN 978-3-406-75836-2.

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Die Indianer