Antrag auf Planfeststellung für LNG-Terminal eingereicht

Von dpa

Hamburg/Kiel - Umweltverbände haben weitere Proteste und rechtliche Schritte gegen ein Terminal für Flüssigerdgas (LNG) im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel angekündigt. Damit reagierten die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das Klimabündnis gegen LNG am Donnerstag auf die Antragstellung der Betreibergesellschaft German LNG Terminal GmbH auf Planfeststellung für die Errichtung eines Hafens. In Deutschland gibt es derzeit kein LNG-Terminal.

LNG gilt Befürwortern im Vergleich zu anderen fossilen Brennstoffen als weniger klimaschädlicher Energieträger. Kritiker argumentieren dagegen, der ebenfalls fossile Energieträger Gas löse die Klimakrise nicht, sondern verschärfe sie. Die von CDU, Grünen und FDP getragene schleswig-holsteinische Landesregierung hat das Projekt in Brunsbüttel im Koalitionsvertrag verankert. Ein Parteitag der Grünen ist inzwischen aber von dem Projekt abgerückt.

Antragsgegenstand ist nach Unternehmensangaben unter anderem ein Schiffsanleger mit zwei Anlegemöglichkeiten sowie Anlagen zur Verteilung des LNG (Liquefied Natural Gas) per Tankkraftwagen, Eisenbahnkesselwagen und kleineren Schiffen. „Die eingereichten Unterlagen dienen auch der Feststellung der Zulässigkeit des geplanten Terminals am Standort Brunsbüttel“, heißt es in einer Mitteilung. „German LNG Terminal ist zurzeit dabei, verbindliche Kapazitätsbuchungen mit potenziellen Kunden zu finalisieren.“ Ein Planfeststellungsverfahren ist nur der erste genehmigungsrechtliche Schritt, dem ein immissionsschutzrechtliches Verfahren folgt.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein begrüßte die Antragstellung als „Projektfortschritt“ und äußerte die Hoffnung auf schnelle Realisierung. „Das Terminal schließt endlich die Lücke im LNG-Sektor in Deutschland. Das Gas kann ins Netz eingespeist oder weitertransportiert werden“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Björn Ipsen. „Das Terminal wird damit entscheidend zur Weiterentwicklung des Industrie- und Hafenstandortes Brunsbüttel sowie zur energiewirtschaftlichen Stärkung Schleswig-Holsteins beitragen.“