Corona-Pandemie legt Schulsport lahm

Die Corona-Pandemie hat auch bei vielen Kindern zu Bewegungsmangel geführt. Der Schulsport wurde genauso ein Opfer der Pandemie wie das sportliche Leben im Verein. Um wieder in Form zu kommen, muss nun viel nachgeholt werden.

Von dpa
Marika Tändler-Walenta (Die Linke), Abgeordnete des sächsischen Landtags.
Marika Tändler-Walenta (Die Linke), Abgeordnete des sächsischen Landtags. Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Dresden - Die Linken sehen angesichts massiven Unterrichtsausfalls beim Schulsport in der Corona-Krise dringenden Nachholbedarf. „Da die Ausbildung motorischer Fähigkeiten von lebenslanger Relevanz ist, müssen diese ausgefallenen Stunden thematisiert und weiterführend auch kompensiert werden. Wir können da nicht zur Tagesordnung übergehen“, sagte die Landtagsabgeordnete Marika Tändler-Walenta der Deutschen Presse-Agentur. Sie hatte zuvor per Kleiner Anfrage im Parlament das Ausmaß des Unterrichtsausfalls erfragt. Demnach waren allein in den Monaten September, Oktober und November des Vorjahres 28 054 Sportstunden gestrichen worden.

Die Linke-Politikerin hatte sich bei ihrer Anfrage auch für den Schwimmunterricht interessiert. Eine genaue Auflistung aktueller Zahlen konnte das Kultusministerium aufgrund der besonderen Situation in der Pandemie mit geschlossenen Schwimmhallen und wechselndem Schulbetrieb nicht geben. Allerdings überraschte es mit einer anderen Zahl. Im Schuljahr 2018/2019 hatten in Sachsen 34 140 Mädchen und Jungen am Schwimmunterricht teilgenommen. Knapp zehn Prozent (3307) von ihnen beendeten die Ausbildung als Nichtschwimmer. „Zu viel, wenn man bedenkt, dass es lebensgefährliche Konsequenzen haben kann, wenn Menschen nicht schwimmen können“, kommentierte Tändler-Walenta.

„Seit 2. November 2020 war die Öffnung und der Betrieb von Hallenbädern auf der Grundlage der jeweils geltenden Corona- Schutzverordnungen untersagt. Seither hat kein Schwimmunterricht stattgefunden“, hatte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) in der Antwort auf die Kleine Anfrage geschrieben. Eine Wiederaufnahme des Schwimmunterrichts unter Maßgabe der Schutzverordnung stehe noch bevor. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte am Mittwoch nach der Kabinettssitzung dafür eine Perspektive ab Mitte Juni in Aussicht gestellt.

Tändler-Walenta befürchtet nun, dass dann zu viele Menschen um die Zeit im Schwimmbecken konkurrieren und vor allem die Zweitklässler der Grund- und Förderschulen mit ihrem Schwimmunterricht ins Hintertreffen geraten. „Hier wäre ein Gutscheinprogramm denkbar, um den Ausfall kompensieren zu helfen“, sagte die Politikerin. Die Linken hatten bei den Haushaltsverhandlungen ein „Sonderinvestitionsprogramm Schwimmen“ für mehr als zehn Millionen Euro vorgeschlagen. Es fand im Landtag keine Mehrheit.