Debatte über Online-Befragung zu Corona-Folgen für Schüler

Von dpa
Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf dem Tisch einer Schülerin.
Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf dem Tisch einer Schülerin. Uli Deck/dpa/Symbolbild

Schwerin - Die Ergebnisse einer Online-Befragung von Schülern, Lehrern und Eltern zu den Folgen der Corona-Krise für den Bildungserfolg der Kinder hat Sorgen im politischen Raum verstärkt. Die Lehrergewerkschaft GEW forderte am Freitag, die Ängste ernst zu nehmen. In der Umfrage der Universitätsmedizinen Rostock und Greifswald hatte die Mehrheit der teilnehmenden Schüler, Eltern und Lehrkräfte erklärt, dass die Kinder seit Beginn der Pandemie weniger lernten als zuvor. Ein erheblicher Teil der mehr als 2000 Befragten äußerte die Angst von einer Verschlechterung der schulischen Leistungen, oder dass die Abschlussprüfung nicht bestanden werden könnte. Zuvor hatte die „Schweriner Volkszeitung“ über die Umfrage berichtet.

„Im Wesentlichen bestärken die nun aus der Umfrage vorliegenden Erkenntnisse die Ergebnisse der Online-Umfragen, die bisher durch den Landesschülerrat, Landeselternrat und die GEW MV angestrengt wurden“, so die GEW. Die Maßnahmen des Aufholpaketes des Bildungsministeriums müssten auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und wenn nötig angepasst werden. Die Befragung hatte von Mai bis Juli - vor Beginn des neuen Schuljahrs - stattgefunden.

Die Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, forderte eine bessere Information des Bildungsministeriums in der Corona-Krise. Vor allem Schulleitungen hatten in der Umfrage erklärt, über neue Regelungen für den Schulbetrieb nicht immer rechtzeitig informiert worden zu sein. „Wir machen seit langem darauf aufmerksam, dass es massive Informations- und Kommunikationsdefizite des Ministeriums in der Corona-Krise gab und gibt. Dies muss sich endlich ändern“, verlangte Oldenburg.

Der schulpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Jens-Holger Schneider, meinte, ein brauchbarer Plan, wie die Wissenslücken geschlossen werden sollen, liege bis heute nicht vor. Distanzunterricht sei problematisch. „Wir fordern eine Rückkehr zum normalen Schulbetrieb bei angemessenen Hygienemaßnahmen. Dieser darf durch Einzelfälle nicht wieder lahmgelegt werden.“

Das versucht das Bildungsministerium: Gibt es einen Corona-Fall in einer Klasse, wird nicht mehr sofort die gesamte Klasse in Quarantäne geschickt. Das Ministerium konnte auch auf wiederholte Nachfrage in dieser Woche nicht mitteilen, wie viele Schulkinder in Quarantäne sind und damit nicht in der Schule lernen können. Allein im Landkreis Vorpommern-Greifswald sind es derzeit mehr als 300, wie eine Kreissprecherin bestätigte. Darüber hatte zunächst der „Nordkurier“ berichtet. Landesweit sind aktuell 73 der rund 155.000 Schulkinder mit dem Coronavirus infiziert.