Drogenfund in Vorpommern: Haft für Verdächtigen beantragt

Von dpa
Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel.
Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel. Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Greifswald - Nach dem großen Drogenfund in der Region Greifswald hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl für den 42-jährigen Hauptbeschuldigten beantragt. Dem Mann wird gewerblicher Drogenhandel vorgeworfen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Stralsund sagte. Ihm drohe eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Der Fall steht im Zusammenhang mit den sogenannten Encrochat-Daten. Diese angeblich abhörsichere Plattform hatten Kriminelle für ihre verschlüsselten Kryptohandys genutzt. Sie war aber von französischen Ermittlern geknackt und die Daten deutschen Sicherheitsbehörden übergeben worden.

Die Polizei hatte am Mittwoch bei Durchsuchungen in der Region Greifswald 26 Kilogramm Amphetamin und mehr als 3 Kilogramm Marihuana gefunden. Deren Straßenverkaufswert wurde mit 290.000 Euro angegeben. Die Drogen seien vor allem dem 42-Jährigen zugeordnet worden, sagte der Sprecher. Über den Haftbefehl müsse das Amtsgericht Greifswald entscheiden. In dem Zusammenhang wird auch gegen einen 41-jährigen Komplizen ermittelt.

Mit Hilfe der Encrochat-Daten sind in der EU bisher mehr als 1800 mutmaßliche Drogenhändler und andere Tatverdächtige aufgeflogen. Laut Bundeskriminalamt wurden in Deutschland 750 Haftbefehle vollstreckt. Am Landgericht Nuebrandenburg läuft ein Prozess gegen drei mutmaßliche Kokain-Schmuggler, die in U-Haft sitzen.