Erfahrungsaustausch zu Corona mit Israel auf Konferenz

Israel hat bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie erstaunliche Erfolge vorzuweisen. Doch nicht nur auf diesem Gebiet kann Deutschland von dem Neun-Millionen-Einwohner-Land lernen, findet der Präsident der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft.

Von dpa

Rostock - Der Erfahrungsaustausch mit Israel über die medizinische Kommunikation ist einer der zentralen Punkte der 16. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft Ende kommender Woche in Rostock. Dabei kann Deutschland nach Ansicht des Tagungspräsidenten und Greifswalder Medizinprofessors, Marek Zygmunt, besonders von den Erfahrungen der Israelis beim Umgang mit digitalen Medien und künstlichen Intelligenz lernen. „Die Benachrichtigungssysteme sind beeindruckend.“

Die Konferenz, die pandemiebedingt zum großen Teil über das Internet abläuft, trägt den „#Gesundheit2021: Challenge Health - Zeit für Innovationen“. Dazu werden auch Israels Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erwartet.

So seien in Israel Systeme entwickelt worden, die beispielsweise bei Unfällen die schnelle und genaue Lokalisation des Unglücksortes ermöglichen. Es sei auch Standard, dass dann Videosequenzen übermittelt werden können, die es den Verantwortlichen ermöglichen, Entscheidungen über die Hilfsmaßnahmen einzuleiten.

Gemeinsam mit Israel sollen auf der Konferenz die jeweils in der Corona-Pandemie gemachten Erfahrungen und angewandten Strategien ausgewertet werden, um daraus Handlungsempfehlungen für die Zukunft abzuleiten. Denn es sei klar, dass sich die Menschen auf die nächste natürliche oder menschlich verursachte Gefahr wie Naturkatastrophen, Klimawandel oder ankommende Epidemien, vorbereiten müssen. Israel hatte sich in den vergangenen Monaten durch sein hohes Tempo beim Impfen der Bevölkerung international einen Namen gemacht.

Gleichzeitig habe Israel eine der weltweit lebhaftesten Start-up-Szenen entwickelt mit Auswirkungen auch auf Mecklenburg-Vorpommern. Die Lage des Landes zwischen den digitalen Zentren Kopenhagen, Hamburg, Berlin und Stettin könne für die Israelis eine Art Türöffner in diese Szene darstellen, sagte Zygmunt.