Freie Schulen: Ungleichbehandlung bei Grundschullehrergehalt

Von dpa
Helmut Holter (Linke), Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport, spricht.
Helmut Holter (Linke), Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport, spricht. Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Erfurt - Nach der Gehaltsverbesserung für Lehrkräfte an staatlichen Grundschulen in Thüringen sehen die freien Schulen im Freistaat eine Ungleichbehandlung ihres Personals. Das Bildungsministerium habe es versäumt, die vom Landtag beschlossene Angleichung der Gehälter von Lehrenden an Grundschulen an das Niveau an Gymnasien und Regelschulen auch an freien Schulen umzusetzen, sagte der Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft freier Schulträger, Marco Eberl, am Dienstag.

Die LAG erwarte, dass diese Ungleichbehandlung zeitnah beseitigt werde. Die CDU-Landtagsfraktion sprach von großen Unsicherheiten mit Blick auf die Bezahlung an freien Schulen.

Lehrpersonal im Beamtenstatus an Thüringer Grundschulen wird seit diesem Monat ebenso wie das an Gymnasien und Regelschulen nach der Besoldungsstufe A 13 bezahlt, die Angestellten nach Tarifgruppe E 13. Das bedeutet nach Angaben des Bildungsministeriums für rund 4500 Lehrkräfte an Grundschulen mehr Geld. Der Landtag hatte dies Ende 2020 beschlossen, um den Beruf angesichts des herrschenden Lehrermangels attraktiver zu machen.

Die freien Träger bezifferten den Finanzaufwand für die Angleichung auch an ihren Schulen auf rund 2,1 Millionen Euro jährlich. Für die staatlichen Schulen stelle das Land rund 22,1 Millionen Euro zur Verfügung.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Christian Tischner forderte das Bildungsministerium auf, nochmals das Gespräch mit den Trägern nichtstaatlicher Schulen zu suchen. Minister Helmut Holter (Linke) müsse sich klar positionieren, „wie er eine faire Finanzausstattung der Freien Schulen zu gestalten gedenkt“, erklärte Tischner.

In Thüringen gibt es rund 165 freie Schulen, die sich unter anderem aus von Eltern zu zahlendem Schulgeld und staatlichen Mitteln finanzieren und von rund 27.000 Kindern und Jugendlichen besucht werden.