Frühchenstation: Seenplatte-Kreis fordert Gesetzänderung

Von dpa

Neubrandenburg/Berlin - Der Kreistag Mecklenburgische Seenplatte hat den Bundestag und den zuständigen Bundesausschuss zu einer Gesetzesänderung aufgefordert, um die Frühchenstation im Klinikum Neubrandenburg erhalten zu können. Ohne Änderungen müsse die Station schließen, teilte Kreistagspräsident Thomas Diener (CDU) am Mittwoch mit. „In unserem Landkreis wäre deshalb zukünftig eine flächendeckende medizinische Versorgung der betroffenen Schwangeren und der Neugeborenen nicht mehr möglich.“

Hintergrund des Protestes des gesamten Kreistages ist ein Bundestagsbeschluss, wonach solche sogenannten Perinatalzentren nur noch betrieben werden sollen, wenn es mindestens 25 Fälle pro Jahr gibt. Als solche zu früh Geborenen gelten Neugeborene unter 1250 Gramm Gewicht. Die Mindestzahl-Regelung gehe vollkommen an der Realität und den Menschen vorbei, erklärte Diener. In so lebenswichtigen Angelegenheiten dürfe nicht die Quantität ausschlaggebend sein.

Vielmehr müsse die Qualität der Betreuung für die Kleinen wichtig sein. Hier habe das Neubrandenburger Klinikum seine Kompetenz und Qualität viele Jahre bewiesen. Seien solche Versorgungsstrukturen erstmal weggebrochen, sei eine qualitätsgerechte Versorgung im Notfall nicht mehr gewährleistet. Diener forderte, dass im Land Mecklenburg-Vorpommern Ausnahmetatbestände im Zuge der Planung für die Krankenhäuser festgelegt werden dürfen, was das Gesetz nicht erlaube.

Die Seenplatte ist mit mehr als 5500 Quadratkilometern der nach Fläche mit Abstand größte Kreis in Deutschland und gehört, wie die Nachbarregionen, zu den am dünnsten besiedelten Gegenden.