Kirche

Georg Bätzing würdigt Bischof Bode zum Weihejubiläum

Von dpa 05.09.2021, 15:14
Franz-Josef Bode, Bischof des Bistums Osnabrück, steht im Bischofshaus vor einem Kreuz.
Franz-Josef Bode, Bischof des Bistums Osnabrück, steht im Bischofshaus vor einem Kreuz. Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Osnabrück - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat den Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode als mutigen Gestalter gewürdigt. Bätzing sprach im Festgottesdienst am Sonntag anlässlich Bodes Jubiläums zum 30. Jahrestag der Bischofsweihe. 1991 war er im Paderborner Dom im Alter von 40 Jahren zum damals jüngsten Bischof in Deutschland geweiht worden.

Bode stelle sich kritischen Diskussionen, beispielsweise wenn es um die Lebensform der Priester, die Neubewertung gleichgeschlechtlicher Beziehungen und die Frage des Zugangs von Frauen zu sakramentalen Ämtern gehe, sagte Bätzing laut Redemanuskript. „Du weichst nicht aus, Du bringst Dich mit offenem Visier und mit theologischen Argumenten in die Diskussionen ein und regst sie an“, sagte der Limburger Bischof.

Für alle Gläubigen sei es die entscheidende Aufgabe, die Gegenwart zu leben und zu lieben. „Wir sollen nicht entfliehen in die nostalgisch glorifizierte Vergangenheit einer Volkskirche, in der vermeintlich Vieles besser war - und doch nicht gut; wir sollen auch nicht orakeln über den Verfall der Werte mit der Folge einer bedrohlich ungewissen Zukunft. Unser Ort ist die Gegenwart“, so Bätzing. Man müsse sich den Fragen und Nöten von heute stellen: den Folgen der Digitalisierung und der Biotechnologie, den Herausforderungen des Klimawandels und der Ungleichheit und Ungerechtigkeit bei den Lebensverhältnissen.

Er betonte auch den Wandel des Geschlechterverhältnisses: „Wir können als Kirche diesen Wandel im Sinne der Gerechtigkeit nicht einfordern, wenn wir ihm nicht auch in unseren eigenen Strukturen und unserer eigenen Glaubenslehre einen veränderten Ausdruck geben.“