Gesundheit

Gesundheitssenatorin Kalayci besorgt wegen Impfquote

Von dpa
Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung.
Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung. Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Berlin - Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci zeigt sich angesichts der momentan nur noch geringen Fortschritte bei den Corona-Impfungen besorgt. „Wenn man ehrlich ist, muss man sagen, wir haben es nicht geschafft“, sagte die SPD-Politikerin am Montag in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. „Der Herbst steht vor der Tür, wir sind in der vierten Welle, und wir haben Impfquoten, die sind tatsächlich nicht ausreichend, um das Schlimmste zu vermeiden.“

Sollte die vierte Welle nicht durch die jetzt groß angelegte Impfaktion zu stoppen sein, dann wären aus ihrer Sicht wieder Maßnahmen notwendig wie etwa „2G“ - also Zugang zu vielen Bereichen nur für Geimpfte und Genesene. „Das Testen ersetzt nicht das Impfen. Das muss man klar sagen“, sagte Kalayci. „Bei denen ein Impfen nicht möglich ist, also bei den unter 12-Jährigen, da geht es nicht anders. Bei den über 12-Jährigen müssen wir aber massiv auf das Impfen setzen.“

Der Ausdrucksweise des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck, der Impfgegner als „Bekloppte“ bezeichnet hatte, mag sich Kalayci nicht anschließen. „Das ist seine Wortwahl. Er hat sich die Freiheit genommen. Mein Verständnis ist aber auch nicht da für Menschen, die sagen, ich lass mich nicht impfen.“

Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass es Hardliner gebe, die sagen, ich lass mich auf keinen Fall impfen, so Kalayci. „Aber es gibt auch einen Bevölkerungsanteil, der noch überlegt, und den müssen wir ansprechen und motivieren.“

Am Montag startete bundesweit eine Aktionswoche mit zahlreichen kreativen und niedrigschwelligen Impfangeboten.