Kasse: Land an Spitze bei Krankenstand im ersten Halbjahr

Von dpa 01.09.2021, 05:08
Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, auch Krankaschreibung oder "Gelber Schein" genannt.
Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, auch Krankaschreibung oder "Gelber Schein" genannt. Patrick Pleul/zb/dpa/Archivbild

Potsdam - Beschäftigte in Brandenburg haben im ersten Halbjahr 2021 nach einer Auswertung der Krankenkasse DAK-Gesundheit so wenig gefehlt wie seit Jahren nicht mehr - trotzdem liegt das Land bundesweit an der Spitze und weit über dem Bundesniveau. Den Daten zufolge sank der Krankenstand landesweit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,4 Prozentpunkte. Die Beschäftigten hatten in diesem Zeitraum insgesamt neun Prozent weniger Fehltage als im Vorjahreszeitraum, wie die aktuelle Krankenstands-Analyse weiter ergab. Dennoch liegt das Land mit 4,9 Prozent an der Spitze aller Bundesländer und auch weit über Bundesniveau (3,7 Prozent).

Ein Hauptgrund für die positive Entwicklung beim Krankenstand ist der Krankenkasse zufolge der massive Rückgang der Atemwegserkrankungen - ein Minus von 56 Prozent. Alle Berufsgruppen seien davon betroffen. Während aber Fehltage wegen Atemwegserkrankungen weniger wurden, stiegen sie bei psychischen Erkrankungen.

Mehr als ein Sechstel (17,7 Prozent) erkrankten an psychischen Leiden. Waren es im ersten Halbjahr 2020 noch 149 Fehltage je 100 DAK-Versicherte, stieg die Zahl im ersten Halbjahr 2021 auf 156 - ein Plus von rund fünf Prozent. Bei Lehrkräften beispielsweise an Schulen oder Hochschulen und in medizinischen Gesundheitsberufen wie in der Krankenpflege sind Depressionen und andere psychische Leiden der Krankenkasse zufolge die häufigste Ursache für das Fehlen im Job. Die Altenpflege gehört den Angaben nach zu den wenigen Berufen mit steigenden Fehltagen.

„Wir sehen, dass Homeoffice, Lockdown und verstärkte Hygienemaßnahmen sich positiv auf den Krankenstand ausgewirkt haben. Sie schützen nicht nur vor Corona, auch andere gewöhnliche Erkältungserreger werden seltener übertragen“, erklärte Anke Grubitz, Leiterin der DAK-Landesvertretung in Brandenburg. Allerdings habe die Pandemie mit allen ihren Begleiterscheinungen auf psychische Erkrankungen wie ein Verstärker gewirkt.

Die meisten Fehltage wurden wegen Rückenleiden oder anderer Muskel-Skelett-Probleme verzeichnet. Gut ein Viertel des Arbeitsausfalls war darauf zurückzuführen (25,3 Prozent).