KZ-Gedenkstätte in Barth erneut geschändet

Von dpa
Bereits im August 2020 wurde die Außenstelle des NS-Konzentrationslagers Ravensbrück bei Barth beschädigt.
Bereits im August 2020 wurde die Außenstelle des NS-Konzentrationslagers Ravensbrück bei Barth beschädigt. Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Barth - Unbekannte haben erneut die Gedenkstätte für eine Außenstelle eines NS-Konzentrationslagers in Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen) geschändet. Unter anderem sei eine Wand mit Relieftafeln aus Kupfer mit drei Hakenkreuzen besprüht worden, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg am Mittwoch. An eine Säule sei ein weiteres Hakenkreuz gesprüht worden. Zudem seien weitere Symbole und Zeichnungen über die gesamte Gedenkstätte verteilt worden.

„Die haben da regelrecht gewütet“, berichtete die Sprecherin. Der Staatsschutz ermittle. Die Tat sei bereits Anfang der Woche aufgefallen. Zum entstandenen Schaden konnte die Sprecherin zunächst keine Angaben machen. Bereits im August 2020 war die Gedenkstätte mit Graffiti beschmiert und es waren Gehwegplatten zerstört und Gedenktafeln beschädigt worden. Der oder die Täter konnten laut Polizei bislang nicht ermittelt werden.

Landrat Stefan Kerth (SPD) verurteilte die neuerliche Verwüstung: „Ich bin fassungslos über die Straftaten, die dort begangen wurden und erschüttert über so viel Dummheit“, sagte er. Kreistagspräsident Andreas Kuhn (CDU) erklärte: „Es ist beschämend, dass das KZ-Mahnmal in Barth innerhalb kürzester Zeit erneut geschändet wurde.“

In dem Lager in Barth, das als eine Außenstelle des Konzentrationslagers Ravensbrück im heutigen Brandenburg fungierte, waren nach Angaben der Stadt Barth von 1943 bis 1945 rund 7000 Menschen inhaftiert. Nach Kriegsende wurde auch ein Massengrab mit mehr als 100 Toten in dem Ort gefunden, die aus dem Lager stammten. Die Gedenkstätte war 1966 eingerichtet worden.