Lokführerstreik beendet: Bahnverkehr gut angelaufen

Zwei Tage lang mussten sich Bahn-Kunden auf Probleme im Verkehr einstellen. Am Mittwoch rollte der Verkehr wieder gut an - zumindest aus Sicht der Bahn auch dank eigener Anstrengungen.

Von dpa
Menschenleer ist ein Bahnsteig Deutschen Bahn AG (DB).
Menschenleer ist ein Bahnsteig Deutschen Bahn AG (DB). Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Leipzig - Nach dem zweitägigen Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn läuft der Zugverkehr im Südosten mittlerweile weitgehend im Normalbetrieb. Am Mittwochmittag zeigte der Bahn-Navigator für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nur noch einzelne Verspätungen an. Auch eine Bahn-Sprecherin zog ein positives Zwischenfazit: „Es ist heute Morgen alles gut angelaufen, wir können wieder das volle Angebot fahren.“

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn hätten am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch hart gearbeitet, damit die bundesweit etwa 860 Züge im Fern- sowie die rund 21.000 Züge im Regional- und S-Bahnverkehr wieder normal angeboten werden konnten, teilte die Bahn mit. Bereits in der Nacht wurden demnach Züge an ihre Positionen gebracht, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilten sich auf ihre Einsatzorte. „Dadurch war von Anfang an alles geordnet und stabil“, sagte die Bahn-Sprecherin. Es gebe auch keine Probleme beim Betriebsablauf.

Der Osten ist von den Streiks der Lokführer traditionell stärker betroffen. Die GDL ist in der Region schlagkräftiger, weil im Westen ein Teil der Mitglieder noch Beamte aus Bundesbahn-Zeiten sind und deshalb nicht streiken dürfen.

Die Gewerkschaft hatte den Personenverkehr seit Montagmorgen bestreikt. Am Mittwochmorgen war der Streik planmäßig um 2.00 Uhr zu Ende gegangen, wie Vertreter beider Seiten bestätigten. Eine Lösung des Tarifkonflikts ist jedoch weiter nicht in Sicht. Die GDL und die Bahn sind uneins darüber, wann die Beschäftigten Einkommenserhöhungen bekommen sollen. Gerungen wird auch um eine mögliche Corona-Prämie sowie die Betriebsrenten. Weitere Streiks sind möglich.

Laut Bahn-Angaben fuhren trotz des Streiks bundesweit etwa 30 Prozent der Fernzüge gefahren, im Regional- und S-Bahnverkehr seien es etwa 40 Prozent gewesen. Da sei das Angebot allerdings regional unterschiedlich ausgefallen - so fuhren in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen den Angaben zufolge nur rund 15 Prozent der Züge im Nahverkehr.

Bahn-Kunden, die wegen des Streiks auf Fahrten verzichtet haben, können auf die Kulanz des Unternehmens setzen. Alle vom 23. bis einschließlich 25. August bereits gebuchten Fahrkarten des Fernverkehrs für Strecken, die vom GDL-Streik betroffen seien, behalten laut Bahn ihre Gültigkeit und können bis einschließlich 4. September flexibel genutzt werden.