Schädlich oder essbar: Besonders viele Pilze in Wäldern

Regional und frisch: Pilze sind für viele eine Delikatesse. In diesem Jahr haben Sammlerinnen und Sammler in den Wäldern besonders gute Chancen. Doch es ist Vorsicht geboten.

Von dpa 24.07.2021, 09:38
Pilze wachsen an einem Baumstamm.
Pilze wachsen an einem Baumstamm. Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Leipzig - Steinpilze, Maronen oder Wiesenchampignons: Dank des Wetters haben Pilzsammlerinnen und -sammler in diesem Jahr gute Chancen in den sächsischen Wäldern. Gerade im Juli hat es dem Deutschen Wetterdienst zufolge überdurchschnittlich viel geregnet. „Die Feuchtigkeit kommt den Pilzen zugute“, sagte Renke Coordes von Sachsenforst. Die Hauptzeit für Pilze sei natürlich im Herbst, doch könnten Spaziergänger auch jetzt schon viele Pilzarten entdecken.

Wer Pilze sammeln wolle, solle aber unbedingt aufpassen und sich im Zweifelsfall eine Experten-Meinung einholen, warnte Coordes. Einige Pilze hätten gefährliche Doppelgänger - so sind etwa der Wiesenchampignon und der giftige Knollenblätterpilz leicht zu verwechseln. „Wenn man sich nicht sicher ist, um welchen Pilz es sich handelt, kann man sich an die Pilzberatungsstellen wenden. Auch viele Apotheken bieten diesen Service an“, sagt Coordes.

Das Wetter fördert jedoch nicht nur Speisepilze. Sachsenforst habe in diesem Jahr mit starkem Pilzbefall an vielen Bäumen zu kämpfen, sagte Coordes. Betroffen seien etwa viele Eschen im Leipziger Auwald, dort gebe es ein regelrechtes Eschensterben. „Die Pilze nutzen aus, dass die Bäume nach den Dürrejahren 2018 und 2019 geschwächt sind“, so Coordes. Eschen und andere Laubbäume hätten sich von den beiden Dürrejahren noch immer nicht erholt, so dass sie leichte Angriffsfläche für Schädlinge seien.

Im Fall eines anderen Schädlings, des Borkenkäfers, wirke sich das Wetter dagegen zum Vorteil der Forstwirte aus: Der kühle und feuchte Mai habe dazu geführt, dass sich die Käfer langsamer vermehrten, sagte Coordes. „Vielleicht haben wir Glück und es gibt in diesem Jahr nicht noch eine dritte Käfer-Generation wie in den Vorjahren.“