Staatstheater mit neuer Spielstätte im Plattenbaugebiet

Von dpa

Schwerin - Das Mecklenburgische Staatstheater plant eine neue Spielstätte in Schwerins größtem Plattenbaugebiet Großer Dreesch. Vom Herbst 2022 bis 2025 sollen die Hallen der ehemaligen Druckerei der „Schweriner Volkszeitung“ als temporärer Spielort für die sechs Sparten des Staatstheaters dienen, wie die Pressestelle des Theaters am Dienstag mitteilte.

Das Hauptgebäude des Staatstheaters steht am Alten Garten in direkter Nachbarschaft des Schlosses und des Staatlichen Museums. Die zweite, kleinere Spielstätte „E-Werk“ am innerstädtischen Pfaffenteich wird ab 2022 saniert, so dass eine Ersatzbühne nötig ist, wie das Theater erklärte.

Die Spielstätte in der ehemaligen Zeitungsdruckerei soll jedoch mehr als ein Ersatz sein, versprechen die Theatermacher. Es gehe auch um Stadtteil-Entwicklung. Die neue Spielstätte solle Modellcharakter haben, wie man einen Theaterbetrieb zeitlich in die Gegenwart und räumlich hin zur Bevölkerung öffne und unterschiedliche städtische Milieus miteinander verbinde. Jährlich sollen rund 400.000 Euro aus dem Etat des Staatstheaters in künstlerische Projekte der neuen Bühne fließen.

Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin hatte Schwerin im Jahr 2018 bescheinigt, die am meisten segregierte Stadt Deutschlands zu sein. Das heißt, dass Menschen verschiedener sozialer Milieus räumlich getrennt voneinander leben und sich nur wenig begegnen. Zuvor hatten die „Schweriner Volkszeitung“ und der NDR berichtet.