Studie: Gesundheitswirtschaft in Thüringen wächst stark

Von dpa
Ein Schild mit der Aufschrift „Arztpraxis“ steht an der Straße.
Ein Schild mit der Aufschrift „Arztpraxis“ steht an der Straße. Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Halle/Erfurt - Die Gesundheitswirtschaft in Thüringen boomt laut einer Arbeitsmarktanalyse wie keine andere Branche im Land. Mittlerweile sind 125 791 Männer und Frauen etwa in einem Krankenhaus, einer Arztpraxis, im Altenheim, als Masseur, im Sanitätshaus oder in Pharmaunternehmen beschäftigt. Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen hervor.

Damit sei fast jeder sechste sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Thüringen in diesem Sektor tätig. Die Gesundheitswirtschaft sei eine Wachstumsbranche in Thüringen, hieß es. Die Beschäftigung in dieser Branche habe sich in den vergangenen Jahren deutlich dynamischer entwickelt als die Gesamtbeschäftigung. Zwischen 2010 und 2020 stieg die Zahl der Arbeitnehmer in der Gesundheitswirtschaft um mehr als 18 Prozent, während die Beschäftigung insgesamt in diesem Zeitraum nur um 7,1 Prozent wuchs.

Die Gesundheitswirtschaft ist den Angaben zufolge eine Frauen- und Teilzeitdomäne und nur wenig international. So liege der Anteil der weiblichen Beschäftigten bei 78 Prozent - 48 Prozent der Mitarbeiter arbeiteten in Teilzeit. Nur drei Prozent der Arbeitnehmer seien Ausländer. Die Treue zum Job sei in der Branche sehr unterschiedlich ausgeprägt. Während Sprechstundenhelfer und Krankenschwestern ihrem Beruf eher länger treu blieben, wechselten etwa Altenpfleger über die Jahre hinweg häufiger in einen anderen Beruf.

So sei nach zehn Jahren rund die Hälfte der Altenpfleger in einem anderen Job tätig, hieß es. Insbesondere in der Altenpflege fehle es aber an Fachkräften. Der Personalmangel habe sich durch die Corona-Krise weiter verschärft. So kämen in der Altenpflege rechnerisch auf 100 gemeldete Stellen für Fachkräfte nur 12 Arbeitslose.