Unis Erfurt und Jena wollen Eigentumsverhältnisse erforschen

Von dpa 07.07.2021, 18:15

Jena/Erfurt - Wem gehört der Mond, wem gehört der Körper, wem gehört die Stadt? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Sonderforschungsbereich „Strukturwandel des Eigentums“, der am Donnerstag und Freitag an der Friedrich-Schiller-Universität Jena seine Eröffnungstagung veranstaltet. Am Mittwoch wurde dazu das Programm vorgestellt.

In dem Forschungsbereich beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen in 23 Teilprojekten mit der Geschichte des Eigentums, aber auch mit aktuellen Konflikten. An den Universitäten Erfurt und Jena nahm der Bereich zu Jahresbeginn die Arbeit auf. Insgesamt sind fünf Hochschulen in Deutschland beteiligt.

Die Forscherinnen und Forscher erwarten, dass diese Konflikte in Zukunft zunehmen werden. Aktuelle Beispiele seien die Berliner Bürgerinitiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“, die die Vergesellschaftung großer Immobilienfirmen anstrebt, und die Bestrebungen der Bundesregierung, deutsche Schlüsselindustrien vor dem Zugriff Chinas zu schützen. Dabei gehe es nicht nur um Verteilungskonflikte, sondern auch um die Form und Bedeutung des Eigentums, und die Verpflichtung, die daraus entsteht.

Bei der Eröffnungstagung soll es inhaltlich unter anderem darum gehen, ob die Corona-Pandemie Konflikte ums Eigentum eher befeuert oder gebremst hat, und welche Alternativen es zum Eigentum gibt. Denn auch das ist ein erster Befund des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts: Nach Jahrzehnten der Privatisierung etlicher Bereiche seien nun technische und politische Gegentendenzen zu beobachten, etwa in Form von Sharing-Lösungen, also dem Teilen von Dingen wie Autos.