Urteil im Prozess um Betäubungsmittelhandel und Betrug

Von dpa 03.06.2021, 17:33
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel.
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Flensburg - Im Prozess um Handel mit Betäubungsmitteln und Abrechnungsbetrug gegen einen Arzt aus Husum will das Landgericht Flensburg am Freitag (10.00 Uhr) sein Urteil verkünden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mediziner unter anderem vor, zwischen 2007 und 2011 seinen Patienten in Hunderten Fällen die Ersatzdroge Methadon und andere Betäubungsmittel verkauft oder verschrieben zu haben, ohne dass eine medizinische Indikation dafür vorgelegen habe. Zudem soll er Behandlungen abgerechnet haben, die gar nicht oder nicht in der abgerechneten Form stattfanden. Dadurch soll der Kassenärztlichen Vereinigung ein Schaden von etwa 740 000 Euro entstanden sein.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten in ihren Plädoyers eine Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten gefordert. Aufgrund der angenommenen Verfahrensverzögerung von mehr als vier Jahren sollten nach Ansicht der Staatsanwalts acht Monate der jetzt geforderten Strafe bereits als vollstreckt gelten. Die Verteidigung plädierte darauf, dass ein längerer Zeitraum als verbüßt angesehen wird.