Ifak Magdeburg

Wegbereiter der Digitalisierung

Vor 25 Jahren wurde in Magdeburg das Institut für Automatisierung und Kommunikation gegründet.

Magdeburg l Simba ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Seit 1994 arbeiten Planer von Abwassersystemen mit dem Computerprogramm. Heute ist die Software, mit der zum Beispiel der Betrieb einer Kläranlage simuliert werden kann, Marktführer in Deutschland. Städte und Kommunen haben mit der Software in den vergangenen Jahren viel Geld sparen können, erzählt Jens Alex, Geschäftsfeldleiter Wasser und Energie.

Simba ist ein gutes Beispiel für die Arbeit der Forscher im Institut für Automation und Kommunikation (Ifak). „Informations-technologien und Automation entfalten ihre Wirkung oft erst in der Anwendung“, sagt Ulrich Jumar, der seit 2005 das Ifak leitet, am Donnerstag bei einer Festveranstaltung in Magdeburg. Seit der Gründung sei das Ziel der Forscher gewesen, wissenschaftliche Anwendungen und die Industrie zusammenzuführen.

Im vergangenen Jahr sind fast 40 Prozent des Ifak-Haushaltes mit Aufträgen aus der Wirtschaft finanziert worden. Kunden waren unter anderem Daimler, Volkswagen, Airbus, ABB und Siemens. 45 Kooperationen bestehen aber auch mit Unternehmen in Sachsen-Anhalt: Mit den Magdeburger Verkehrsbetrieben führte das Ifak Analysen zum innerstädtischen Verkehr durch. Durch die Kooperation von EAI Ilsenburg und dem Ifak soll es bald möglich sein, Elektrofahrzeuge auch ohne Stecker zu laden. „Institute wie das Ifak übernehmen Forschungsaufgaben, die Unternehmen alleine nicht tragen können, und bilden eine Brücke von der Grundlagenforschung zur Wirtschaft“, sagt Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in seinem Grußwort. In Sachsen-Anhalt seien Wege gefunden worden, wie man auch ohne ansässige Großunternehmen Wachstum generieren könne.

Das Ifak ist ein gemeinnütziges Institut. Der Haushalt wird ausschließlich über eingeworbene Forschungsgelder von EU, Bund, Land und Unternehmen finanziert. Jumar bezeichnet seine Einrichtung gerne als Mittelständler unter den Forschungsbetrieben. Bei Aufträgen steht das Ifak im Wettbewerb mit den Großen Helmholtz, Max Planck, Fraunhofer und Leibniz, die ihren Etat zumindest teilweise mit Mitteln von Bund und Ländern planen können. Bei Forschungsaufträgen, die neben der Förderung einen finanziellen Eigenanteil verlangen, sieht Ulrich Jumar Nachteile für das Ifak und plädiert deshalb für gleichberechtigte Förderbedingungen. Dabei helfen könnte die Zuse-Gemeinschaft, ein Zusammenschluss von 75 gemeinnützigen Forschungseinrichtungen. Im vergangenen Jahr gegründet, wollen die Zuse-Wissenschaftler künftig mit einer Stimme sprechen.