London (dpa) l Nach der Rücktrittsankündigung des britischen Premiers David Cameron hat dessen konservative Partei damit begonnen, das Feld potenzieller Nachfolger auszudünnen. Aus einer ersten Auswahlrunde ging die favorisierte Innenministerin Theresa May als klare Siegerin hervor. Von ursprünglich fünf sind seit Dienstagabend nur noch drei Kandidaten übrig. Offen ist nun noch, welche beiden Bewerber letztlich zum Duell antreten. Der Sieger des Wettstreits muss eine zerstrittene Partei einen und das Königreich nach dem Brexit-Votum durch eine historische Krise steuern.

Derzeit deutet vieles auf einen Machtkampf zwischen zwei Frauen um die Parteiführung und das Amt des Premiers hin. May brachte am Dienstag 165 von 329 Abgeordneten hinter sich – mehr als alle ihre Rivalen zusammen. Stärkste Konkurrentin ist Energie-Staatssekretärin Andrea Leadsom (53 Stimmen), gefolgt von Justizminister Michael Gove (48).

Ex-Verteidigungsminister Liam Fox schied am Dienstag mit den wenigsten Stimmen (16) aller fünf Kandidaten aus. Kurz darauf zog auch der viertplatzierte Arbeitsminister Stephen Crabb (34 Stimmen) seine – offenkundig aussichtslose – Kandidatur zurück. Er und Fox sprachen May umgehend ihre Unterstützung aus.

Die Kandidaten für den Tory-Vorsitz

London (mg) l Fünf Kandidaten von der konservativen Partei wollen David Cameron als Premierminister Großbritanniens und Parteivorsitzender beerben. Die möglichen Nachfolger hatten sich höchst unterschliedlich zum Brexit positioniert.

  • Theresa May (59), Innenministerin seit 2010, sitzt seit 1992 im Unterhaus des britischen Parlaments. Foto: ukhomeoffice/wikimedia/CC-BY2.0, Informationen: Tagesschau, Montage: Volksstimme

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  • Andrea Leadsom (53), Staatsekretärin im Energieministerium., sitzt seit 2010 im Unterhaus des britischen Parlaments. Foto: Chris Ratcliffe/AFP, Informationen: Tagesschau, Montage: Volksstimme

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  • Michael Gove (48), Justizminister und Lordkanzler seit 2015, Bidungsminister von 2010 bis 2014. Foto: Ben Stansall/AFP, Informationen: Tagesschau, Montage: Volksstimme

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  • Liam Fox, musste 2011 wegen zweifelhafter Beziehungen zu Lobbyisten als Außenminister zurücktreten. Foto: Daniel Leal-Olivas/AFP, Informationen: Tagesschau, Montage: Volksstimme

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  • Steven Crabb (43), seit März 2016 Arbeitsminister, zuvor MInister für Wales. Foto: Andy Rain/dpa, Informationen: Tagesschau, Montage: Volksstimme

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Den Kampf um den Vorsitz der Tories hatte der angekündigte Rücktritt von Premierminister David Cameron eingeläutet, der nach seiner Niederlage beim EU-Votum in den kommenden Monaten aus dem Amt scheidet. May hatte beim Brexit-Referendum eher verhalten für den Verbleib in der EU plädiert. Leadsom und Gove gehören dagegen dem Lager der klaren Austrittsbefürworter an.

May und Gove wollen – falls sie gewählt werden – sich bei den höchst komplexen Brexit-Verhandlungen mit der EU Zeit lassen und mit der formellen Austrittsprozedur erst im nächsten Jahr beginnen. Leadsom will dagegen aufs Tempo drücken.

Bei der Suche nach einer neuen Führung haben zunächst die Tory-Abgeordneten das Sagen. Erst wenn das Kandidatenfeld auf zwei Bewerber reduziert ist, stimmen die rund 150.000 Parteimitglieder ab. Bis spätestens 9. September soll die Personalfrage gelöst sein.