Berlin (dpa) l Einige syrische Flüchtlinge mit gültigem Aufenthaltsstatus verlassen nach einem Medienbericht Deutschland wieder und geben als Grund die erschwerte Familienzusammenführung an. Sie reisten ohne Visum und damit illegal in die Türkei, berichten das ARD-Politikmagazin "Panorama" und das Funk-Reporterformat "STRG_F". Oftmals nutzten sie dafür die Hilfe von Schleusern.

Die Reporter begleiteten mehrere Syrer auf ihrem Weg in die Türkei und interviewten auch Schleuser. Ein Schleuser gab an, täglich bis zu 50 Flüchtlinge zurück in die Türkei zu bringen, hauptsächlich Syrer. Ein anderer sagte, er bringe mehr Flüchtlinge zurück, als er aus der Türkei nach Europa schleuse.

Der Repräsentant des UN-Flüchtlingskommissariats in Deutschland, Dominik Bartsch, sagt "Panorama", er habe von solchen Einzelfällen gehört, könne sie aber nicht quantifizieren. Sie zeigten, dass Deutschland dem hohen Schutzwert der Familie nicht gerecht werde.

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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Innenministerium haben dem Bericht zufolge praktisch keine Erkenntnisse darüber, weil Ausländer mit gültigem Aufenthaltstitel ins europäische Ausland reisen dürfen und das nicht erfasst wird.

Die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Luise Amtsberg, sagte, die Fälle seien auch im Hinblick auf das Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei heikel: "Wir haben eine Vereinbarung mit der Türkei, die sagt, dass wir geflüchtete Menschen aufnehmen, um die Türkei zu entlasten, und auf der anderen Seite gehen subsidiär schutzberechtigte Menschen aus Deutschland zurück in die Türkei, um zu ihren Familien zu kommen. Das ist absurd."