Tel Aviv (dpa) l Vor den erwarteten Freitagsprotesten im Gazastreifen hat die israelische Armee die palästinensische Bevölkerung davor gewarnt, sich dem Grenzzaun zu nähern. Ein Armeeflugzeug warf am Freitagmorgen Flugblätter über dem Küstengebiet ab, wie die Armee mitteilte.

Verluste begrenzen

"Ihr beteiligt Euch an gewaltsamen Unruhen", heiße es darin. "Die Hamas Terrororganisation nutzt Euch aus, um Terroranschläge zu verüben." Die Armee versuche, die Verluste zu begrenzen, werde aber keine Beschädigung der israelischen Sicherheitseinrichtungen dulden.

Bei Massenprotesten an der Gaza-Grenze sind seit Ende März 35 Palästinenser getötet und Hunderte durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt worden. Es ist der schlimmste Gewaltausbruch seit dem Gaza-Krieg 2014. Anlass für den "Marsch der Rückkehr" ist der 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung.

Brennende Felder

Die Palästinenser sehen die Staatsgründung als Katastrophe an, weil 1948 Hunderttausende von ihnen fliehen mussten oder vertrieben wurden. Sie pochen auf ein "Recht auf Rückkehr" in das heutige israelische Staatsgebiet. Israel lehnt dies ab. Palästinenser hatten in den vergangenen Tagen immer wieder Flugdrachen mit brennenden Flüssigkeiten oder Stofffetzen über die Grenze nach Israel gelenkt. Mehrfach hätten Felder in Israel Feuer gefangen, berichtete die "Times of Israel".

Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hatte diese Woche mitgeteilt, Protestzelte näher an der Grenze aufzustellen. Die Zelte, die bisher 700 Meter von der Grenzlinie entfernt seien, sollten 50 Meter näher rücken.