Tokio l Sumo, Golf und Audienz beim Kaiser – Japan zieht alle Register, um Präsident Trump vor schwierigen Handelsgesprächen zu besänftigen. Dem großen Glanz des Staatsbesuchs steht eine magere politische Ausbeute gegenüber.

Pomp und kaiserlicher Glanz, dazu ein bisschen Sumo-Ringen und Golf: US-Präsident Donald Trump hat seinen Staatsbesuch in Japan genossen, aber nicht von den Untiefen der Tagespolitik lassen können. Die Krisen in Nordkorea und im Iran beschäftigten ihn auch im Land der aufgehenden Sonne – das ihm zur Besänftigung in einem langwierigen Handelsstreit einen roten Teppich ausgerollt hatte.

Im Atomstreit mit dem Iran ruderte Trump rhetorisch deutlich zurück. Es geht ihm nach eigenen Worten nicht um einen Sturz der Regierung in Teheran, stattdessen will er auf Vermittlung setzen. „Wir blicken nicht auf einen Regimewechsel, das möchte ich klarmachen“, sagte Trump gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Tokio. „Ich will dem Iran nicht schaden.“ Er wolle lediglich verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelange. Japan ist bereit, in dem Konflikt zu vermitteln. „Wir möchten alles tun, was wir können“, sagte Abe nach politischen Gesprächen mit Trump. Die Spannungen müssten gedämpft werden. Japan unterhält ein verhältnismäßig gutes Verhältnis zu Teheran. Er wisse, dass Japan und insbesondere Abe einen engen Draht zur Führung in Teheran hätten, sagte Trump bereits vor ihrem Treffen. „Niemand will sehen, dass furchtbare Dinge passieren.“

In der Frage der Atombewaffnung Nordkoreas hofft Trump weiterhin auf ein Einlenken des Machthabers Kim Jong Un. Kim wisse, dass sein Land ein enormes wirtschaftliches Potenzial habe, sagte Trump bei der Pressekonferenz mit Abe. „Er ist ein sehr kluger Mann.“ Kim wisse auch, dass die Atomwaffen der wirtschaftlichen Entwicklung im Wege stünden. „Wir hoffen gemeinsam, dass Kim die Möglichkeit nutzen wird, sein Land durch Denuklearisierung zu transformieren“, sagte Trump.

Ein weiteres wichtiges Thema zwischen Trump und Abe war der Handel. Beide einigten sich darauf, ihre bilateralen Verhandlungen über ein Handelsabkommen zu beschleunigen, damit beide Seiten davon profitierten, so Abe. Allerdings hatte Trump bereits am Sonntag Erwartungen auf den baldigen Abschluss eines Handelsabkommens gedämpft. Weite Teile sollen erst nach den Parlamentswahlen in Japan im Juli besprochen werden. „Ich denke, dass wir im August einige Ankündigungen machen können“, sagte Trump. Der US-Präsident will die Japaner dazu bewegen, mehr US-Waren zu kaufen, um das riesige Defizit in der Handelsbilanz gegenüber Japan abzubauen.

Trump war am Morgen von Japans neuem Kaiser Naruhito feierlich in seinem Palast in Tokio empfangen worden. Naruhito und seine Frau, Kaiserin Masako, begrüßten Trump und dessen Ehefrau Melania lächelnd am Eingang ihres kaiserlichen Palastes. Am Vortag hatten Trump und Abe Golf gespielt und Cheeseburger gegessen. Am Abend nahm Trump beim traditionsreichen Sommerturnier der Sumo-Ringer am Rande des Ringes Platz – und überreichte dem Sieger einen Pokal.