Berlin (dpa) l Im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität sind bei einer Razzia in Berlin Juweliergeschäfte und Wohnungen durchsucht worden. Es gehe um den Verdacht der gewerbsmäßigen Hehlerei und der gewerbsmäßigen Geldfälschung, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Es gebe den Verdacht, dass gestohlenes Gold eingeschmolzen und zu gefälschten Münzen umgewandelt worden sei.

Wie Staatsanwaltschafts-Sprecher Martin Steltner der dpa sagte, richteten sich die Ermittlungen gegen acht Verdächtige. Sie sollen zu einer Familie mit verschiedenen Nationalitäten gehören.

120 Polizisten im Einsatz

Laut Polizei überprüften rund 120 Einsatzkräfte seit 7 Uhr 14 Objekte vor allem in Neukölln und Wedding. Vollstreckt wurden 17 Durchsuchungsbeschlüsse. Am Mittag war die Aktion noch nicht abgeschlossen.

Nach Informationen von Spiegel-TV soll es um den Einbruch ins Bode-Museum im März 2017 gehen. Ein Ermittler sagte: "Die Chancen stehen 50:50, dass wir noch Reste der Goldmünze finden."

Wert der Münze: 3,75 Millionen Euro

Bei dem Einbruch in das Museum wurde die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf" mit einem damaligen Goldwert von knapp 3,75 Millionen Euro entwendet. Sie wurde bis heute nicht gefunden. Ermittler gingen seit langem davon aus, dass das wertvolle Stück eingeschmolzen wurde.

Festgenommen wurde bislang niemand, wie Sprecher Steltner sagte. In dem aktuellen Fall sei seit Monaten ermittelt worden. Mögliche Querverbindungen zur Goldmünze würden geprüft.

Im Februar hatte das Landgericht in der Hauptstadt wegen des spektakulären Diebstahls gegen zwei Männer aus einer polizeibekannten, arabischstämmigen Großfamilie eine Jugendstrafe von jeweils viereinhalb Jahren Haft verhängt. Ein Ex-Wachmann, der nach Überzeugung des Gerichts das Museum auskundschaftete, bekam drei Jahre und vier Monate Gefängnis. Das Urteil ist in einem Fall bereits rechtskräftig.