Dass Japaner mitunter einen etwas außergewöhnlichen Geschmack haben, ist weitläufig bekannt. Wer isst schon rohen Fisch? Kaum bekannt ist dagegen, dass auch um Obst ein regelrechter Kult getrieben wird. Das gilt besonders für Melonen.

Umso mehr verwundert es, dass jetzt zwei in Japan hoch begehrte Yubari-Melonen bei einer Auktion den ungewöhnlichen Schnäppchenpreis von „nur“ etwa 120.000 Yen (1000 Euro) erzielten. Was war da los? Denn dieser Preis ist nur ein Bruchteil dessen, was solche Melonen zum traditionellen Auftakt der Saison auf der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido normalerweise erzielen.

Schuld sei die Corona-Krise, so ein Sprecher des Großmarktes am Montag. 2019 hatte ein Paar solcher Melonen noch den Rekordpreis von fünf Millionen Yen erzielt. So ganz ernst nehmen muss man diese Preise aber nicht. Hinter der Auktion wird auch ein Marketinggag vermutet, um den Obstkult anzustacheln. Normalerweise kosten Melonen in Japan umgerechnet nämlich nur ein paar hundert Euro.