Minsk l Gebraucht zu werden, ist ein schönes Gefühl. Manchmal fühlt man sich aber auch wie das fünfte Rad am Wagen. So muss es auch Handballer Julius Kühn gegangen sein. Nach der Pause im EM-Spiel gegen Weißrussland wurde der Rückraumschütze der deutschen Mannschaft in der Kabine vergessen und eingeschlossen. Vielleicht ein Versehen. Oder Absicht?

Zumindest hielt sich bei Bundestrainer Christian Prokop die Bestürzung in Grenzen. Er habe seinen Spieler zunächst gar nicht vermisst, ließ er wissen. Na Dankeschön, wird sich Kühn dabei gedacht haben, der es doch noch rechtzeitig zum Spiel geschafft hatte.

Aber wie konnte sich der Nationalspieler aus seiner misslichen Lage überhaupt befreien? „Ich war als Letzter auf der Toilette und habe schon so etwas geahnt. Ich habe dann panisch gegen die Tür geklopft. Zum Glück saß davor ein Mann von der Security, der mich gehört hat“, erzählte Kühn Journalisten.

Doch Sorgen muss man sich eigentlich gar nicht um Julius Kühn machen, sondern um seinen Trainer. Der hatte schon kürzlich eine bemerkenswert schlechte Gedächtnisleistung an den Tag gelegt. „Wie heißt du?“, fragte Prokop während einer Auszeit beim EM-Spiel gegen die Niederlande - er konnte sich offenbar nicht an den Namen eines Nationalspielers erinnern. Ob seitdem Rechtaußen Timo Kastening eine Delle im Ego hat, weiß man natürlich nicht. Wenn ja, kann er jetzt eine kleine Selbsthilfegruppe mit seinem Kollegen Kühn aufmachen.