Köln/Magdeburg l Der Trend geht zur Mundart. Auch im öffentlichen Raum. Jüngstes Beispiel: Die brandneue Rausschmeißer-Ansage im Kölner Dom. Mit der die Leute per Lautsprecher so freundlich wie nötig aufgefordert werden, jetzt doch mal schleunigst nach Hause oder einfach woandershin zu gehen, weil der Dom gleich schließt. Natürlich auf Kölsch: In e paar Minute weed d‘r Dom avjeschlosse. Sit esu jot un joht jetz nohm Usjang. Schön, dat ehr do wort. (In ein paar Minuten schließt der Dom. Seid so gut und geht jetzt zum Ausgang. Schön, dass ihr da wart.)

In Magdeburg gibt es hier noch Nachholbedarf. Vielleicht in der Straßenbahn. Da klänge das so: Voreljesank, alle aussteijen. Jetze is Schluss mit rumjurken, jeht ma schön zu Fuß. Aber nich uffn Fahrdamm und passt mir ja uff de Kahlen uff. (Übersetzung wohl nicht nötig, zur Not fragen Sie Ihre Kollegen oder Nachbarn.)

Die einzigartige regionale Mischung aus Aggression und Herzlichkeit entfaltet sich bei der Lektüre dieses Artikels nur suboptimal. Am besten sofort mal laut vorlesen ... Und, liebe Magdeburger Verkehrsbetriebe, wäre das was für Euch?