Braunschweig l Wer zuweilen Bahn fährt, kennt sie zur Genüge: Die urplötzlich geänderte Wagenreihung, die nicht angezeigten Sitzplatzreservierungen. Und natürlich die Lautsprecherdurchsage vom Bordbistro, das ausgerechnet heute aus technischen, logistischen – also jedenfalls unerfindlichen, jedoch so gut wie nie nachprüfbaren Gründen geschlossen bleibt.

Frisch verzapft

Fahrgäste im ICE Basel-Berlin erlebten es am Donnerstag noch bizarrer: Bistro geöffnet - aber es gibt nichts zu trinken. Zumindest nicht für die Gäste. Statt dessen schenkt sich der Kellner zünftig selbst ein. Wovon er sich auch von empörten Reisenden und einem wütenden Zugchef nicht abbringen lässt. Nicht mal von den herbeigerufenen Bundespolizisten, die den trunkigen Ober in Braunschweig aus dem Zug zu entfernen suchen. Der wehrt sich und pöbelt, verweigert den angeordneten Alkoholtest – und macht sich schließlich einfach aus dem Staub.

Für den Rest der Reise bis Berlin hieß es dann sehr nachvollziehbar: Bordbistro dicht – weil Kellner dicht.