Berlin l In Berlin ist alles möglich. „Schon drei tote Radfahrende in diesem Jahr!“ warnen die elektronischen Verkehrshinweise auf dem Mehringdamm. Unwillkürlich geht der Blick auf den Fahrradweg. Statt „The walking Dead“ „Cycling Zombies“?

Nein, es handelt sich um eine weitere Sprachpreziose aus der Werkstatt der geschlechterneutralen Sprache. Erfunden hat es vermutlich der ADFC Berlin. „Getötete Radfahrende“, heißt es auf deren Website, was nicht ganz so missverständlich ist wie „tote Radfahrende“. „Getötete RadfahrerInnen“ wäre möglich gewesen, aber ein neuer Gender-Trend geht zum Partizip Präsens. An den Hochschulen fing das an. Schon gibt es den Universitätsstudenten nicht mehr. In der heilen, geschechterneutralen Welt heißt es nur noch „Studierende“. Selbst das gute alte Studentenwerk soll alle Briefköpfe und Firmenschilder auf „Studierendenwerk“ ändern. Das Wissen, dass nicht jeder Student ein studierender ist und umgekehrt, ist verloren gegangen. Neu sind die radfahrenden Toten.