Magdeburg l Für das Jahr 2018 stehen schon im Januar die meisten "Jahreswesen" fest. Neben dem Vogel des Jahres, wurde auch der Baum und der Schmetterling des Jahres gekürt. Im Überblick werden die Wesen vorgestellt:

Vogel des Jahres 2018 ist der Star (Sturnus vulgaris). Er ist einer der häufigsten Vögel weltweit. Er wird bis zu 22 Zentimeter groß und ist ein begnadeter Sänger. Dabei schöpft er nicht nur aus dem eigenen Stimmschatz, denn der Star vermag es, die Stimme anderer Vögel perfekt nachzuahmen. Übrigens haben Starenmänner, deren Gesang am vielfältigsten ist, bei den Starenfrauen die besten Aussichten.  Wer Freude am Starengesang hat, kann sich den Vogel mit dem glänzenden Gefieder mit Hilfe eines oder mehrerer Starenkästen in seine Nähe holen.  Der Star ist ein geselliges Tier.
Gekürt vom Naturschutzbund Deutschlands.

Baum des Jahres 2018 ist die Ess-Kastanie (Castanea sativa). Dass der auch Edel-Kastanie genannte Baum bei uns heimisch ist, verdanken wir den alten Römern. Sie brachten größere Mengen der Ess-Kastanie vor etwa 2000 Jahren über die Alpen und pflanzten sie in ihrem Besatzungsgebiet südlich des Grenzwalls Limes an. So kommt es, dass der Baum diesseits der Alpen vor allem im Südwesten Deutschlands anzutreffen ist. Dort findet er günstige Wachstumsbedingungen. Doch auch weiter nördlich, auch in Dänemark und Südschweden, ist er zu finden. Vor allem bei Winzern war das sehr beständige Holz des Baums begehrt. Aus ihm wurden Rankhilfen für Rebstöcke, Pfähle und Fassdauben gefertigt. Zudem haben Holz und Rinde einen hohen Gehalt an Gerbsäure und  einen hohen Brennwert. Die Früchte des Baumes - oft Maronen genannt – sind bei Feinschmeckern beliebt. Und die Blüten bieten Bienen Nektar, den sie zu einem bernsteinfarbenen und wohlschmeckenden Honig verarbeiten.
Gekürt vom Kuratorium „Baum des Jahres“.

Schmetterling des Jahres 2018 ist der Große Fuchs (Nymphalis polychloros). Damit soll auf die schlechten Überlebensbedingungen  dieser Schmetterlingsart aufmerksam gemacht werden. In Deutschland steht der Große Fuchs auf der Vorwarnliste bedrohter Tiere. Der Schmetterling kommt nicht häufig vor, ist aber weit verbreitet. Er überwintert - anders als die meisten der 180 in Deutschland lebenden Tagfalter als ausgewachsener Falter. Daher sucht er schon im zeitigen Frühjahr Nahrung, am liebsten blühende Weidenkätzchen. Da Salweiden oft abgeholzt werden, geht der Bestand des Großen Fuchses zurück. Nahrungsquellen für den Falter sind auch Baumsäfte, Exkremente und Aas.
Gekürt vom BUND Nordrhein-Westfalen Naturschutzstiftung

Pilz des Jahres 2018 ist der Wiesen-Champignon (Agaricus campestris L.). Der ursprünglich weit verbreitete Speisepilz verliert durch die intensive Grünlandwirtschaft viele seiner Lebensräume.  In trockenen und warmen Sommern ist er im Juli und Oktober nach größeren Regenfällen in Gruppen, Reihen oder Ringen zu Hunderten zu finden.
Gekürt von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Wildtier des Jahres 2018 ist die Wildkatze (Felis silvestris). Die Wildkatze lebt in Europa, Afrika, West- und Zentralasien. Einst fast ausgerottet, ist sie heimlich, still und leise auch zu uns zurückgekehrt. Allerdings ist das nachtaktive Tier  nur selten zu sehen. Auf der Jagd nach Mäusen verlässt es nur in der Dunkelheit seine Verstecke. Die bis zu 40 Zentimeter langen Tiere haben ein ausgezeichnetes Gehör.
Gekürt von der Deutschen Wildstiftung.

Blume des Jahres 2018 ist der Langblättrige Ehrenpreis (Veronica maritima).  Er wächst überall dort, wo der Boden gelegentlich vom Wasser überflutet wird, an Flussufern, Auenwäldern und Sümpfen. Eindeichungen und Flussvertiefungen gefährden den Lebensraum.
Gekürt von der Loki-Schmidt-Stiftung.

Wildbiene des Jahres 2018 ist die Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae). Namensgeber der gefährdeten Wildbiene sind die ockergelben Querbinden auf ihrem Hinterleib. Am liebsten hält sie sich auf den Blüten von Korbblütlern, beispielsweise Flockenblume, Ferkelkraut und Disteln auf. Die Weibchen  sind ab  Ende April, die Männchen im Juni zu beobachten. Ihr Nest legt die Gelbbindige Furchenbiene in offenen Böden an. Sie lebt vor allem in Südwestdeutschland.
Gekürt vom  Arbeitskreis Wildbienen-Kataster.

Lurch des Jahres 2018 ist der Grasfrosch (Rana temporaria). Am häufigsten ist er in kleinen Teichen und Weihern anzutreffen. Der Grasfrosch kann bis zu elf Zentimetern lang werden. Durch das Bundesnaturschutzgesetz  und die Artenschutzverordnung ist er „Besonders geschützt“. Er darf also weder gefangen, noch verletzt oder getötet werden.
Gekürt von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde.

Gemüse des Jahres 2018 ist die Steckrübe (Brassica napus subsp. rapifera). Das auch Kohlrübe genannte Gemüse ist eine Unterart des Rapses. Durch die Kohlrübenwinter 1916/17 und ihre Verwendung im Hungerwinter 1946/47 war die Rübe lange Zeit verpönt. Augenblicklich erlebt das mild-süßliche Wintergemüse auch in der deutschen Küche eine Wiederauferstehung. 
Gekürt vom Verein für die Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt.

Libelle des Jahres 2018 ist die Zwerglibelle (Nehalennia speciosa). Mit 26 Millimetern Länge ist sie die kleinste heimische Libelle. Sie ist vom Aussterben bedroht.
Gekürt von der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen und dem BUND.

Außerdem gekürt: 
Dreistachliger Stichling; Gemeine Skorpionsfliege; Fettspinne; Echtes Apfelmoos; Lactobacillus; Knausbirne, Keltersbacher Ruhm, Mirabelle aus Nancy, Maibiers Parmäne;  Ingwer;  Andorn; Rizinusbaum; LipperLand; Taglilie;  Felshumus; Fransen-Tormoos-Knabenkraut; Nabelflechte; Wermsdorfer Wald; Schwarzer Schnurfüßer; Altwürttemberger Pferd.