London/Dubai (dpa) l Das UN-Menschenrechtsbüro ist in Sorge um die verschwundene Prinzessin Latifa aus Dubai. Das Büro habe die Regierung aufgefordert, ein Lebenszeichen der Frau zu veröffentlichen, sagte eine Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros am Freitag in Genf. Man warte auf eine Antwort.

Video von Latifa als Hilferuf

In Großbritannien waren in dieser Woche Videos der Tochter des Emirs von Dubai, Mohammed bin Raschid al-Maktum, veröffentlicht worden. Darin sagt die Frau, sie sei entführt worden. Sie werde von Polizisten bewacht und in einer Villa wie in einem Gefängnis festgehalten. Sie ist nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch 36 Jahre alt.

Die Videos hatte sie nach Angaben von Freunden heimlich auf einem Smartphone aufgenommen. Die Freunde veröffentlichten die Videos jetzt, weil sie nach eigenen Angaben seit Monaten kein Lebenszeichen mehr bekommen haben.

Human Rights Watch fordert Freilassung

Latifa hatte im Februar 2018 per Schlauchboot und Jacht versucht, Dubai zu verlassen. Sie soll von einem Sonderkommando vor der indischen Küste gestoppt und gewaltsam zurückgebracht worden sein, berichteten ihre Freunde. Eine ältere Schwester von Latifa war im Jahr 2000 aus Cambridge entführt und nach Dubai gebracht worden, nachdem sie versucht hatte, sich abzusetzen. Human Rights Watch fordert die Freilassung der beiden.

Ein britisches Gericht hatte Scheich Mohammed im vergangenen Jahr im Rahmen eines Scheidungsverfahrens für die Entführung seiner beiden Töchter und die Einschüchterung einer seiner Ehefrauen verantwortlich gemacht.