Große, schlanke Frauen stehen winkend auf der Bühne und hoffen auf die Krone. Die Voraussetzungen: maximal 28 Jahre alt, ledig und kinderlos. Ist es erstrebenswert, bei einem Wettbewerb mitzumachen, der so überholt ist wie die dort transportierten Frauenbilder? In diesem Jahr gab es eine vermeintliche Besonderheit: Eine Siegerin mit Zahnlücke.

Was für viele Veranstalter wohl ein Ausschlusskriterium gewesen wäre, machte Nadine Berneis zur Gewinnerin. Ein Anfang, um die Wettbewerbskriterien oder gar die Notwendigkeit der Veranstaltung zu überdenken – und sich vom Perfektionszwang zu verabschieden.

Die Chancen, dass der Veranstalter seine Standards ändert, sind gering. Dort zählt wie in der Werbung nur, was sich gut vermarkten lässt und nicht, was (politisch) korrekt erscheint. Dabei wäre ein Hauch Normalität gepaart mit Realismus eine willkommene Abwechslung.