Es gibt eine alte Ermittlerweisheit: Fälle, die nicht innerhalb der ersten Tage aufgeklärt werden, klärt man gar nicht auf. Und von Stunde zu Stunde wird die Spur kälter.

Letzteres mag stimmen, aber die erste Aussage wurde schon mehrfach widerlegt. Nicht zuletzt in Sachsen-Anhalt, wo der Mörder von Maria Juhl aus Haldensleben 2005 – zehn Jahre nach seiner Tat – vor Gericht gestellt und verurteilt wurde.

Jüngstes Beispiel dafür, dass es bei sogenannten Altfällen nicht gänzlich ausgeschlossen ist, den Täter auch nach langer Zeit noch zu überführen, ist die Tat an der Teufelsbrücke in Thüringen. 27 Jahre, nachdem die zehn Jahre alte Stephanie dort zu Tode kam, kann Recht gesprochen werden.

Natürlich sind Kriminalisten mit ihrer Alltagsarbeit und den aktuellen Ermittlungen ausgelastet. Doch die Soko „Altfälle“ hat bewiesen, dass es sich lohnt, verstaubte Mord-Akten hervorzuholen. Der Erfolg sollte Mut machen.