Berlin/Brüssel (dpa) l Nach dem deutlichen Ergebnis der Umfrage zur Zeitumstellung will die EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag zur Abschaffung des Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit vorlegen. Das teilte die Brüsseler Behörde am Freitag mit. "Millionen Europäer haben die öffentliche Konsultation genutzt, um sich Gehör zu verschaffen. Die Botschaft ist sehr deutlich", sagte die zuständige EU-Kommissarin Violeta Bulc. Bei der jüngst ausgelaufenen Online-Umfrage hatten sich 84 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer für ein Ende der Zeitumstellung in der EU ausgesprochen. Allein drei Millionen Teilnehmer kamen aus Deutschland.

Einen Termin für den Gesetzesvorschlag nannte Bulc am Freitag nicht. Sie sagte jedoch, wenn Europaparlament und EU-Staaten dem zustimmten, könnte die Entscheidung schon im kommenden Jahr fallen – und die Zeitumstellung 2020 oder 2021 passé sein. Anschließend könnten die einzelnen Länder selbst entscheiden, ob sie dauerhaft die Winter oder die Sommerzeit einführen wollen.

Nutzen der Sommerzeit umstritten

In Deutschland gibt es die Sommerzeit seit 1980. Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück. Eigentlich soll das Tageslicht besser genutzt und dadurch Energie gespart werden. Der tatsächliche Nutzen ist umstritten.