Stuttgart (dpa) l Fast genau zwei Monate vor ihrem 21. Geburtstag ist Sumatra-Tigerin Dumai am Freitag in der Stuttgarter Wilhelma hochbetagt gestorben. "Dumais Alter könnte man nach menschlichen Maßstäben mit einer Hundertjährigen vergleichen", sagte Direktor Thomas Kölpin. Dumai habe durch ihren Nachwuchs mehrfach zum Überleben der bedrohten Raubkatzen beigetragen und sei als Botschafterin ihrer Art ein Aushängeschild für den Artenschutz gewesen. Nach Auskunft des Tierparks lebt weltweit nur eine Sumatra-Tigerin, die älter ist als Dumai. In der Natur erreichen sie bis zu 15 Jahre, in Zoos werden sie selten älter als 18 Jahre.

Nun soll laut Kölpin geklärt werden, ob Dumais Körper in einem Naturkundemuseum für die Nachwelt erhalten bleibt und ihre Organe für die Forschung nützlich sein können. Eingezogen war Dumai in den Zoologisch-Botanischen Garten aus dem Dudley Zoo in Großbritannien im Jahr 2001. Mit dem aus Lissabon nach Stuttgart gekommenen Kater Tuan harmonierte sie gleich sehr gut und brachte 2005 ihre beiden gemeinsamen Jungtiere statt in der Geborgenheit der Wurfbox vor den Augen der Wilhelma-Gäste auf der Außenanlage zur Welt.

Mit Carlos aus dem Wuppertaler Zoo hatte Dumai 2007 Drillinge, die später in Spanien, Frankreich und Schweden ihr neues Zuhause fanden. Carlos starb 2015 überraschend, Dumai residierte fortan alleine. Ihr bisheriges Domizil wird laut Kölpin nun für andere Katzen umgebaut. Für die Fortsetzung der traditionsreichen Tigerhaltung ist ein 4000 Quadratmeter großes Landschaftsgehege in Planung, das im Bereich der neuen Asienanlagen bis 2023 entstehen soll. "Dann wird dort mit Sibirischen Tigern die größte Unterart der Tiger einziehen", erklärte Kölpin.