Berlin (dpa) l I bims“, das Jahr 2017! Was uns in Szene und Alltag in diesem Jahr bewegte und Trend war: Fidget Spinners zum Beispiel, der Ohrwurm „Despacito“, E-Zigaretten und roher Keksteig zum Löffeln.

„America first, the Netherlands second“: Gegen Trump sein war 2017 in. Die Worte „America First“ des US-Präsidenten veranlassten niederländische Satiriker dazu, in einem Clip zu zeigen, warum ihr Land gleich auf Platz zwei kommt! Die ironische Anbiederungsidee ging viral und brachte allerhand lustige „Second“-Länder-Videos hervor, etwa aus der Schweiz, Israel und Deutschland (von Jan Böhmermann).

Ehe für alle: In Deutschland dürfen nun auch Frauen Frauen und Männer Männer heiraten.

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Bauchtasche: Vom Fremdschäm-Artikel bei Touristen zum angesagten Accessoire. In Vorstädten oder Berliner Clubs trugen es viele schon länger, nun aber bekam die gute alte Bauchtasche, auch getragen als Brusttasche, ihren Segen von angesagten Modemarken.

Cultural Appropriation: kulturelle Aneignung – in linksalternativen Kreisen wurden Fragen wie „Dürfen nur Jamaikaner Dreadlocks tragen?“ zum Streitthema. Die Debatte um angeblich verbotene Aneignung durch Weiße scheint übrigens selbst aus den USA – äh?! – angeeignet.

Vegetarismus: Der Restaurantführer Guide Michelin verlieh seine begehrten Sterne erstmals in Deutschland auch an zwei Lokale, die rein vegetarisch kochen: das „Cookies Cream“ in Berlin und das „Seven Swans“ in Frankfurt am Main haben jeweils einen Stern.

„Babylon Berlin“: Unter vielen deutschen Serien begeisterte diese international anschlussfähige besonders – 2017 lief die deutsche Produktion bei Sky, 2018 läuft sie in der ARD. Beeindruckend ist ein Berliner Nachtclub darin, der besser als das „Berghain“ zu sein scheint.

Compression Tights: Männer trugen Compression Tights, die beim Sport schützen sollen. Und damit das nicht nach Leggins aussieht, wurden oft lockere Shorts über der engen Hose getragen. Der auch bei Fahrradkurieren beliebte Tights-and-Shorts-Look eroberte sogar die Clubszene.

Dampfen: Ob verdampfen nun besser als verbrennen ist, bleibt umstritten. Die E-Zigarette – mit oder ohne Nikotin – verbreitete sich jedenfalls weiter. Dampfer sind die neuen Raucher.

Ernährungshypochonder: Typ Mensch, der einem öfter begegnete – Leute, die ohne ärztliche Diagnose bestimmte Lebensmittel meiden. Gefühlt leiden viele unter Laktose- und Glutenintoleranz und anderem, statistisch haben solche Allergien aber nur wenige Erwachsene.

Fitness-Tracker: Gefühlt trug jetzt fast jeder ein Fitnessarmband oder einen Fitness-Tracker mit Schrittzähler am Handgelenk, was die Datensammelei am eigenen Körper (Puls, Schlaf, Kalorienverbrauch, gelaufene Stockwerke) zum Hobby des Jahres zu machen schien.

„I bims“: Zum „Jugendwort des Jahres“ kürte eine Jury nach „Läuft bei dir“ (2014), „Smombie“ (Smartphone-Zombie; 2015) und „Fly sein“ (voll abgehen; 2016) das absurde „I bims“ (Ich bin/bin’s) aus der im Internet beliebten, ironischen sogenannten Vong-Sprache. Nach dem angesagten „Was ist das für 1 Life!“ im letzten Jahr und jetzt „I bims“ könnte der Vong-Sprache-Hype nun aber langsam durch sein.

Fidget Spinner: Nach dem digitalen Pokémon Go letztes Jahr war das diesjährige Hype-Spiel analog. Das Drehspielzeug für nervöse Fingerspitzen war nicht nur auf Schulhöfen der Renner (großes Bild). „Fidget“ bedeutet fummeln/herumzappeln, „spinner“ heißt Kreisel.

„Despacito“: Der sexlastige Sommerhit von Luis Fonsi und Daddy Yankee war wohl der Welthit des Jahres. Ein Ohrwurm, der von 2017 bleibt und außerdem für das US-Außengebiet Puerto Rico wirbt. Übersetzt bedeutet er „Ganz langsam“ und besingt die Verführung einer Frau.

Lieferdienste: Wer keine Zeit oder Lust zum Kochen hat, bestellt sein Essen gerne online. Start-ups machten daraus ein Milliardengeschäft. Doch das Liefergeschäft von Foodora, Deliveroo und Co. ist hart. Die Bringdienste gerieten 2017 auch wegen ihrer Provision für die Restaurants sowie die Arbeitsbedingungen der Kuriere in die Kritik.

Luther: Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums stoppte die Evangelische Kirche im Rheinland eine Kondom-Verteilaktion der Jugendkirche Düsseldorf. Sie wollte Präservative unters Volk bringen mit Martin Luther zugeschriebenen Sprüchen wie „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“. Das fand die Kirche nicht so lustig. Ein Erfolg dagegen war der kleine Playmobil-Luther, der reißenden Absatz fand.