Genf (dpa) l Viele Schätze wurden in Europas Königshäusern jahrhundertelang gehütet. Ein besonders schönes Juwel landet nach 300 Jahren nun auf dem Auktionstisch von Sotheby's in Genf: "The Farnese Blue" ist ein graublauer, tropfenförmiger Diamant von 6,16 Karat. Keine edlen Vorbesitzer, aber dafür fast zehnmal so viel Karat haben zwei weiße Diamanten, die am 15. Mai ebenfalls unter den Hammer kommen. Ihr gemeinsamer Wert wird auf rund 12,5 Millionen Euro geschätzt.

Seltenheit, Karat und Geschichte bestimmen den Wert der Juwelen. "The Farnese Blue" verdankt den klangvollen Namen seiner ersten Besitzerin, der spanischen Königin Elisabeth Farnese (1692-1766). Nach ihrem Tod wurde das Schmuckstück weitergegeben und wanderte so durch die Königshäuser Europas von Frankreich bis Italien. Nur die engsten Verwandten und die Juweliere der Familie wussten nach Angaben des Auktionshauses von der Existenz des Diamanten. Wer den historischen Edelstein besitzen möchte, muss dafür schätzungsweise zwischen 2,9 und 4,2 Millionen Euro zahlen.

Der Schein trügt

Die zwei weißen Diamanten wirken zunächst nicht so außergewöhnlich. Doch der Schein trügt. Die beiden Juwelen sind nicht nur Klassiker, sondern auch Superlative unter den Edelsteinen. Sie zählen zu den größten und reinsten ihrer Art. Beide haben über 50 Karat und zusammen einen geschätzten Wert von rund 12,5 Millionen Euro. Das Gemological Institute of America (GIA), welches unter anderem die Güte von Edelsteinen bewertet, bescheinigte den Edelsteinen erstklassige Politur und Symmetrie. Die Schmuckstücke wurden in Botsuana entdeckt und in Antwerpen aus Rohdiamanten von jeweils 196 und 155 Karat geschliffen – einer rund, einer oval.