Berlin (dpa) l Die Umweltstiftung WWF hat vor wachsenden gesundheitlichen Risiken durch Umweltzerstörung gewarnt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Krankheitserreger wie Viren von Wild- und Haustieren auf den Menschen übertragen werden, könne durch die Zerstörung und Veränderung natürlicher Ökosysteme, den illegalen oder unkontrollierten Handel mit Wildarten und die unhygienischen Bedingungen auf Tiermärkten steigen, geht aus einer WWF-Analyse hervor.

Der WWF forderte am Dienstag, die Gesundheit von Menschen, Wildtieren und Umwelt gemeinsam zu denken. Intakte Natur sei "ein Bollwerk gegen neue Krankheitserreger und Pandemien". Deutschland müsse sich dafür einsetzen, dass Entwaldung weltweit gestoppt und Lebensräume erhalten werden. Handlungsbedarf gebe es auch beim Handel mit Wildtieren und Wildfleisch insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Nach WWF-Angaben sind etwa 60 Prozent aller heute bekannten Infektionskrankheiten Zoonosen, die irgendwann von Tieren auf den Mensch übersprangen. Als Beispiele genannt wurden etwa Tollwut, Sars und Ebola. Der neue Erreger Sars-CoV-2 ist erstmals im Zusammenhang mit einem Wildtiermarkt in China bemerkt worden.