Halle (dpa) l Die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt hat 2015 den niedrigsten Stand seit 1991 erreicht. Die Marke von 10 Prozent konnte im Gesamtjahr aber nicht unterschritten werden. Im Durchschnitt lag die Arbeitslosenquote vergangenes Jahr bei 10,2 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Halle mitteilte. Im Vorjahr hatte die Quote noch 10,7 Prozent betragen.

Im Dezember stieg die Arbeitslosenquote saisonbedingt auf 9,9 Prozent nach 9,6 Prozent im November. Insgesamt waren im letzten Monat des Jahres gut 115.000 Menschen auf der Suche nach einem Job. Im Dezember 2014 hatte die Quote noch 10,2 Prozent betragen. Bundesweit stieg die Arbeitslosigkeit im Dezember lediglich um 0,1 Punkte auf 6,1 Prozent.

"Der Dezember ist auf dem Arbeitsmarkt immer ein trister Monat", sagte der Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt, Kay Senius. "Wenige Einstellungen rund um Weihnachten, auslaufende Befristungen und Entlassungen in den Außenberufen heben die Arbeitslosigkeit."

Im Dezember wurden im Land etwa 8000 Menschen entlassen und meldeten sich arbeitslos. Zugleich nahmen 4700 Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung auf.

Für das laufende Jahr erwarten Forscher der Arbeitsagentur eine Stagnation der Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt. Die Beschäftigung wird demnach allerdings um ein Prozent leicht ansteigen. Zuletzt waren bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern 15.200 freie Stellen gemeldet.

Herausforderungen für das neue Jahr seien die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen, von älteren Arbeitslosen sowie von Flüchtlingen. "Die Arbeitslosigkeit wird sich eher auf dem gegenwärtigen Niveau bewegen", sagte Senius. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei zuletzt in allen Branchen rückläufig gewesen.

Regional war die Arbeitslosigkeit auch im Dezember sehr unterschiedlich verteilt. Die höchste Quote wies der Landkreis Mansfeld-Südharz mit 13,4 Prozent auf. Am geringsten war die Arbeitslosigkeit im Landkreis Börde mit 7,3 Prozent. Die drei kreisfreien Städte Dessau-Roßlau, Halle und Magdeburg lagen mit 10,3 bis 10,8 Prozent leicht über dem Landesdurchschnitt.